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Hölderlinpreis
Hölderlinpreis 2019 für Anke Stelling

Hölderlinpreis 2019 für Anke Stelling

Die Schriftstellerin Anke Stelling erhält den Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg (Stiftung Cläre Janssen). Den Förderpreis erhält Eckhart Nickel.
Anke Stelling | © Nane Diehl

Begründungen der Jury

„Anke Stellings Prosa analysiert auf hoch sensible Weise die Mittelstandsgesellschaft der Gegenwart. Ihre jüngsten Romane ‚Bodentiefe Fenster‘, ‚Fürsorge‘ und ‚Schäfchen im Trockenen‘ bilden zusammengenommen eine Trilogie moderner Gemeinschaft. Mit soziologischer Präzision stellt Anke Stelling dar, wie und mit welchen Konsequenzen heutige Bürgerlichkeit von den antibürgerlichen Werten der 68er infiziert worden ist: von dem Wunsch nach Selbstverwirklichung, lustvollem Konsum und Kreativität. Doch wo bleibt in diesem Zusammenhang die Kunst? Kann sie fröhlich mittun und doch der feinste Seismograph ihrer Zeit bleiben? Und welchen Ton hat die Literatur für ihre Erkundungen zu wählen? Diesen Fragen widmet sich Anke Stellings Arbeit: ebenso neugierig wie mitunter zornig, vor allem aber mit den eigentlichen Erkenntnisformen des Poetischen: mit Genauigkeit, Feinfühligkeit und Witz.“
Eckhart Nickel | © Jork Weismann
„Eckhart Nickel hat mit seinem Romandebüt ‚Hysteria‘ das Buch zum Anthropozän geschrieben. Dass etwas faul ist in diesem Staate Landlust der näheren Zukunft, markiert schon der erste Satz dieser so eleganten wie durchtriebenen Prosa: ‚Mit den Himbeeren stimmte etwas nicht‘. Eckhart Nickels Text, der den Weg vom Ökomarkt ins Hightechlabor nachzeichnet, verknüpft dabei überaus anspielungsreich und mit abgründigem Humor den Biowahn unserer Zeit mit der schwarzen Romantik. Mit den Mitteln der Literatur stellt er unsere von Paranoia und Verschwörungstheorien durchsetzte Gegenwart aufs Unheimlichste wie aufs Vergnüglichste scharf.“

Zu den Personen

Anke Stelling wurde 1971 in Ulm geboren, wuchs in Stuttgart auf und studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Sie lebt mit ihrem Mann und drei Kindern im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg.
Eckhart Nickel, 1966 in Frankfurt am Main geboren, studierte Literatur und Kunstgeschichte. Er schrieb Reisebücher, Erzählungen und gab in Kathmandu zusammen mit Christian Kracht die Kulturzeitschrift DER FREUND heraus. Heute erscheinen seine Texte vorwiegend in der FAZ und ihrem Magazin.

Festakt am 9. Juni

Oberbürgermeister Alexander Hetjes wird den Preis am Sonntag, 9. Juni, in der Schlosskirche überreichen. Die Laudatio auf Stelling hält Jury-Mitglied Heinz Drügh. Laudator für den Förderpreis ist der Literaturwissenschaftler Philipp Theisohn.
Karten kosten zwischen fünf und zwölf Euro. Sie sind erhältlich bei adticket sowie in Bad Homburg bei der Tourist Info + Service im Kurhaus, Telefon 06172 178-3710, und bei Palm-Ticket in den Louisen-Arkaden, Telefon 06172 921736.
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