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Zivilcourage & Menschlichkeit

„Ich bin verantwortlich für das, was ich tue, und ich bin verantwortlich für das, was ich nicht tue.“
Lao-Tse

Oft sind es nur wenige Sekunden, die entscheiden: Gehe ich weiter oder bleibe ich stehen? Vielleicht kennst du einen solchen Moment: Eine Situation, in der jemand Hilfe gebraucht hätte. Oder einen Augenblick, in dem jemand für dich eingestanden ist. Erinnerst du dich daran, wie es sich angefühlt hat, nicht allein zu sein?

Zivilcourage beginnt nicht mit großen Heldentaten. Sie beginnt im Alltag – genau dort, wo wir leben, lernen und unterwegs sind.

 

Preis für Zivilcourage & Menschlichkeit

Mit dem Preis für Zivilcourage und Menschlichkeit würdigt der Jugendbeirat Menschen und Institutionen, die sich in besonderer Weise für andere eingesetzt haben.

Dabei ist uns bewusst: Der Preis kann nie alle Menschen sichtbar machen, die Zivilcourage und Menschlichkeit zeigen. Die Ausgezeichneten und Nominierten stehen deshalb stellvertretend für viele weitere Menschen, die im entscheidenden Moment Verantwortung übernehmen, helfen oder für andere eintreten – oft ohne öffentliche Aufmerksamkeit zu erfahren. Schirmherr des Preises ist Stadtrat Ottaviani.

 

Wie der Preis entstand

Der Preis für Zivilcourage und Menschlichkeit des Jugendbeirats wurde im Herbst 2025 von Christian Sahr initiiert und im Sommer 2026 erstmals durch den 6. Jugendbeirat vergeben.

Christian Sahr, Bad Homburger Bürger, Initiator und Stifter des Preises, wandte sich mit der Idee an den Jugendbeirat. Er fragte das Gremium, ob es sich vorstellen könne, als Jury mitzuwirken und den Preis gemeinsam weiterzuentwickeln.

Nach intensiver Beratung entschied sich der 6. Jugendbeirat, das Vorhaben als Pilotprojekt aufzugreifen und die Konzeption des Preises aktiv mitzugestalten.

 

Aktuelles

Im Oktober 2026 konstituiert sich der 7. Jugendbeirat der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe. Er wird darüber entscheiden, ob der Preis auch im Jahr 2027 vergeben wird.

Auf dieser Seite informieren wir rechtzeitig über Nominierungsmöglichkeiten, Fristen und Termine.

Nominierte bei der Preisverleihung mit Urkunden | © Stadt Bad Homburg
Preisverleihung

Der Preis wird exemplarisch an eine Preisträgerin oder einen Preisträger verliehen – stellvertretend für alle Menschen, die Zivilcourage und Menschlichkeit gezeigt haben.

Erstmals wurde der Preis am 23. Juni 2026 durch den 6. Jugendbeirat der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe verliehen. Ausgezeichnet wurde Vincent A. Glückler.

Preisträger und Nominierte 2026

  • Als eine junge Frau von einem Mann belästigt wurde, griff Vincent Glückler ein. Er stellte sich zwischen die beiden und versuchte, die Situation zu deeskalieren. Dabei wurde er selbst angegriffen und schwer verletzt. Dass er überlebte, war auch dem schnellen Handeln von Passanten, einer Polizistin und dem Rettungsdienst zu verdanken.

  • Durch Hilferufe wurde ein alleinlebender Nachbar entdeckt, der in einer Wendeltreppe eingeklemmt war und sich bereits in einem sehr geschwächten, kritischen Zustand befand. Die nominierte Person reagierte sofort, eilte ihrem Nachbarn zu Hilfe und befreite ihn aus seiner Notlage.

  • Eine weitere nominierte Person setzt sich immer wieder für Schwächere ein, hilft anderen und vermittelt bei Konflikten – sei es auf dem Schulhof, bei Streitigkeiten in der Klasse oder auch bei Begegnungen im Alltag.

  • Während eines Spaziergangs mit ihrem Kleinkind bemerkte eine Frau eine hilflose Person im Erlenbach. Sie veranlasste den Notruf, übergab ihr Kind in die Obhut eines Passanten und zog die Person selbst aus dem Wasser. Damit handelte sie schnell, umsichtig und selbstlos – und nahm dabei auch ein persönliches Risiko in Kauf.

  • Mit ihrem Engagement im Anti-Mobbing-Netzwerk e. V. unterstützt eine Nominierte Kinder, die von Mobbing oder Verhaltensproblemen betroffen sind. Mit Fachwissen und großem persönlichen Einsatz hilft sie nicht nur einzelnen Kindern, sondern trägt auch dazu bei, das Miteinander und das Klima in ganzen Klassen zu verbessern.

  • Die Mitglieder der Initiative Stolpersteine Bad Homburg e. V. wirken dem Vergessen entgegen und halten die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus wach. Mit ihrem Engagement setzen sie sichtbare Zeichen des Erinnerns und der Verantwortung.

  • Mitten in den Vorbereitungen zu ihrem 50. Geburtstag begegnete eine Frau einem jungen Mann, der nach einem Verkehrsunfall stark blutete und Kreislaufprobleme hatte. Sie unterbrach ihre Vorbereitungen, leistete Erste Hilfe, verständigte die Polizei und kümmerte sich um den Verletzten, bis weitere Hilfe eintraf.

  • Als ein Mann in einer Kindertagesstätte einen lebensgefährlichen Herzstillstand erlitt, reagierten die Mitarbeitenden sofort. Sie setzten den Notruf ab und führten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes Wiederbelebungsmaßnahmen durch.

    Dank ihres schnellen und umsichtigen Handelns überlebte der Mann. Gleichzeitig gelang es dem Team, die anwesenden Kinder und Eltern in dieser außergewöhnlichen Situation zu betreuen und auch im Nachgang zu begleiten.

Baum der Zivilcourage & Menschlichkeit

Um dauerhaft an die ausgezeichneten Geschichten zu erinnern und auf die Bedeutung von Zivilcourage aufmerksam zu machen, widmet der Jugendbeirat gemeinsam mit dem Schirmherrn des Preises, Stadtrat Ottaviani, diesem Thema eine junge Kastanie in der Kaiser-Friedrich-Promenade.

Der Baum soll daran erinnern, dass Menschlichkeit und Verantwortung dort wachsen, wo Menschen füreinander einstehen.