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Was lebt in unseren Teichen?
Aktuelles – 21.09.2026
Aktuelles

Was lebt in unseren Teichen?

Untersuchungen im Kleinen Tannenwald und am Forstgartenteich
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#badhomburg

Bad Homburg v. d. Höhe. Was lebt eigentlich in einem Teich? Welche Fische und Muscheln kommen vor, welche Wasserpflanzen wachsen dort und wie steht es um die Wasserqualität und den Schlamm am Gewässergrund? Antworten auf diese und weitere Fragen liefern umfangreiche gewässerökologische Untersuchungen, die am 22. und 23. September 2026 am Teich im Kleinen Tannenwald sowie am Forstgartenteich durchgeführt werden.

 

Die Untersuchungen sollen den ökologischen Zustand der beiden Gewässer detailliert erfassen und damit eine fachlich belastbare Grundlage für künftige Naturschutz- und Pflegemaßnahmen schaffen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Erfassung des Fischbestandes, Untersuchungen der Muschelfauna, Wasserpflanzenkartierungen, Sedimentmessungen sowie chemisch-physikalische Analysen des Wassers.

 

Beide Stillgewässer sind Bestandteil der Landgräflichen Gartenlandschaft Bad Homburg. Insbesondere der Forstgartenteich besitzt aus naturschutzfachlicher Sicht eine besondere Bedeutung. Durch seine Lage abseits stark befahrener Straßen und anderer größerer Störquellen bietet er grundsätzlich gute Voraussetzungen als Lebensraum für verschiedene Amphibienarten.

 

 

Fischbestand für Amphibienschutz von besonderer Bedeutung

 

Um beurteilen zu können, welche Entwicklungsmöglichkeiten der Forstgartenteich künftig für Amphibien bietet, ist zunächst eine genaue Erfassung des vorhandenen Fischbestandes erforderlich. Fische können insbesondere für Amphibienlarven und deren Fortpflanzung eine erhebliche Belastung darstellen. Während Erdkröten durch ihre Hautgifte vergleichsweise gut vor zahlreichen Fressfeinden geschützt sind, verfügen andere heimische Amphibienarten über deutlich geringere Schutzmechanismen und sind daher auf möglichst fisch- und störungsarme Laichgewässer angewiesen.

 

Die aktuellen Untersuchungen sollen deshalb unter anderem klären, welche Fischarten in den Gewässern vorkommen und in welcher Größenordnung sich deren Bestand bewegt. Auf dieser Grundlage können mögliche Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung der heimischen Amphibien fachlich bewertet werden.

 

 

Aussetzen von Tieren kann heimische Ökosysteme beeinträchtigen

 

Ein wiederkehrendes Problem an vielen Gewässern sind gut gemeinte, aber ökologisch problematische Besatzmaßnahmen. Immer wieder werden Fische, Krebse oder andere Tiere aus Aquarien, Gartenteichen oder privater Haltung in heimische Gewässer ausgesetzt.

 

Solche Einbringungen können erhebliche Auswirkungen auf bestehende Lebensgemeinschaften haben. Nicht heimische Arten können heimische Arten verdrängen, deren Fortpflanzung beeinträchtigen oder Krankheiten und Parasiten einschleppen. Die Untersuchungen sollen daher auch Hinweise darauf liefern, ob und in welchem Umfang Fischarten vorkommen, die nicht zum natürlichen Artenspektrum der Gewässer gehören.

 

 

Auch Sediment und Wasserqualität werden untersucht

 

Neben der Erfassung des Fischbestandes werden an beiden Gewässern weitere ökologische Untersuchungen durchgeführt. Dazu gehören die Erfassung der Muschelfauna und der Wasserpflanzen, Messungen der Sichttiefe sowie chemisch-physikalische Untersuchungen des Wassers. Zusätzlich werden Wasserproben entnommen und unter anderem auf wichtige Nährstoffparameter untersucht.

 

Auch die Schlammdicke wird erfasst. Ergänzend wird jeweils eine Sedimentmischprobe von etwa fünf Kilogramm entnommen. Eine zunächst vorgesehene Grobanalyse soll Hinweise auf mögliche Schadstoffbelastungen geben und eine Einschätzung des Nährstoffhaushalts ermöglichen. Sollten sich dabei Auffälligkeiten zeigen, können anhand von Rückstellproben gegebenenfalls weiterführende Untersuchungen vorgenommen werden.

 

Die Untersuchungen sollen auch eine fachliche Einschätzung ermöglichen, ob und in welchem Umfang eine Entschlammung der Gewässer erforderlich sein könnte. Eine solche Maßnahme ist mit erheblichen Kosten und Eingriffen in das Gewässer verbunden und sollte daher nur durchgeführt werden, wenn sie aus gewässerökologischer Sicht tatsächlich erforderlich und sinnvoll ist. Insbesondere bei geringem Wasserstand und hohen Wassertemperaturen kann der Sauerstoffgehalt eines Gewässers deutlich absinken und dadurch die Lebensbedingungen für Fische und andere Wasserorganismen beeinträchtigt werden.

 

 

Untersuchungen mit möglichst geringen Beeinträchtigungen

 

Während der beiden Untersuchungstage kann es zeitweise zu Aktivitäten mit Booten und wissenschaftlichen Geräten kommen. Die Arbeiten werden von spezialisierten Gewässerökologen durchgeführt. Dabei wird darauf geachtet, Beeinträchtigungen der Ufervegetation, der Tierwelt und der Erholungssuchenden auf das notwendige Maß zu begrenzen.

 

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die beiden Gewässer ökologisch weiterzuentwickeln, den Amphibienschutz zu stärken und zukünftige Entscheidungen zur Gewässerpflege auf eine fachlich belastbare Grundlage zu stellen.

 

Die Untersuchungen werden durch den Produktbereich Umwelt und Landschaftsplanung der Stadt Bad Homburg beauftragt und fachlich begleitet. Ansprechpartner für die Untersuchungen ist der städtische Ranger Boris Heinrich vom Produktbereich Umwelt und Landschaftsplanung der Stadt Bad Homburg.