Bad Homburg v. d. Höhe. Wie soll das Alte Rathaus in Ober-Eschbach künftig genutzt werden? Mit dieser Frage wendet sich die Stadt Bad Homburg v. d. Höhe an die Bürgerinnen und Bürger. Ab 1. Oktober 2026 können auf der städtischen Beteiligungsplattform „seid-dabei.de“ Ideen und Vorschläge für eine zukünftige Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes am Kirchplatz eingebracht werden. Die Beteiligung läuft bis zum 31. März 2027.
Das Alte Rathaus am Kirchplatz 1 ist ein besonderer Ort der Ober-Eschbacher Geschichte. Seine Ursprünge reichen weit zurück: Bereits im Jahr 774 wurde an dieser Stelle ein Gotteshaus erstmals erwähnt. Seit 1527 diente es als reformierte Kirche, bevor das Gebäude 1823 profaniert und anschließend zu Schul- und Rathauszwecken genutzt wurde. Die verschiedenen Bauphasen aus Romanik, Gotik und Barock sind bis heute am Gebäude ablesbar.
Nach der Eingemeindung Ober-Eschbachs nach Bad Homburg im Jahr 1972 wurden die Nutzungen des Gebäudes nach und nach reduziert. Seit 2020 wird es nicht mehr genutzt. Das Gebäude steht als Einzeldenkmal unter Denkmalschutz und ist sanierungsbedürftig. Nun soll gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern ausgelotet werden, welche Nutzung für dieses historisch bedeutende Gebäude künftig denkbar ist. Dabei geht es zunächst bewusst um eine offene Ideensammlung. Gefragt sind Vorschläge, die dem Alten Rathaus neues Leben einhauchen und zugleich zu Ober-Eschbach und seinem Ortskern passen.
Oberbürgermeister Alexander Hetjes erklärt: „Das Alte Rathaus ist weit mehr als nur ein Gebäude. Es erzählt viele Jahrhunderte Ober-Eschbacher Geschichte und ist ein wichtiger Bestandteil des Ortsbildes. Deshalb ist es richtig, die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig einzubeziehen. Wir möchten wissen, welche Ideen sie für diesen besonderen Ort haben und welche Rolle das Alte Rathaus künftig im Stadtteil spielen könnte.“
Die eingereichten Vorschläge werden anschließend unter anderem hinsichtlich ihrer Vereinbarkeit mit dem Denkmalschutz, dem Baurecht und ihrer Finanzierbarkeit geprüft. Die Ergebnisse der Ideensammlung sollen den Stadtverordneten zur Entscheidung vorgelegt werden. Für die schließlich beschlossene Nutzung ist anschließend eine vertiefende Machbarkeitsstudie vorgesehen.
Das Gebäude selbst stellt dabei besondere Anforderungen an eine zukünftige Nutzung. Neben dem zweigeschossigen Langhaus prägen unter anderem der historische Westturm, der halbrunde Chor und das steile schiefergedeckte Dach das Erscheinungsbild des ehemaligen Kirchenbaus. In den vergangenen Jahren fanden bereits einzelne Untersuchungs- und Sanierungsmaßnahmen statt, darunter Arbeiten am Sockel sowie 2024 der Austausch von Fenstern im Obergeschoss und weitere vorbereitende Maßnahmen.
Mitmachen können Bürgerinnen und Bürger vom 1. Oktober 2026 bis 31. März 2027 auf der Beteiligungsplattform „seid-dabei.de“.