Bad Homburg v. d. Höhe. Das Stadtarchiv lädt gemeinsam mit der Initiative Stolpersteine Bad Homburg für Donnerstag, 3. September 2026, 18 Uhr, zu einer Filmvorführung in die Villa Wertheimber ein. Gezeigt wird Shifting Paths – eine Dokumentation über die bewegende Biografie des jüdischen Unternehmers Arthur Abelmann und seiner Familie (Länge: 41 Minuten, Sprache: Englisch mit deutschen Untertiteln). Im Anschluss an den Film gibt es Gelegenheit zum Gespräch. Der Eintritt ist frei.
Arthur Abelmann (1888–1934), Chemiker und Apotheker, gründete am 15. November 1920 die „Chemisch-Pharmazeutische AG Bad Homburg“, die 1927 aus Expansionsgründen nach Frankfurt verlegt wurde. Dort entwickelte sie sich bis 1932 zu einem erfolgreichen Pharmaunternehmen, das für Produkte auf Kamillenbasis wie Kamillosan, Spirobismol und Transpulmin bekannt war.
Der Aufstieg des Nationalsozialismus führte 1933 zu einem Boykott gegen jüdische Unternehmen, wodurch Abelmann gezwungen war, zurückzutreten. Das Unternehmen wurde bald darauf von Degussa und der IG Farben übernommen. Abelmann floh mit seiner Familie ins Exil in die Schweiz, verstarb jedoch wenig später. 1939 gelang es seiner Witwe, seinen Kindern und seiner betagten Mutter, nach New York auszureisen.
„Shifting Paths“ zeichnet Abelmanns Lebensweg nach – von seiner Jugend in Riga über seinen Einsatz im Ersten Weltkrieg und die Gründung seines Unternehmens bis hin zu seinem Kampf ums Überleben. Der Film zeigt den Verlust seiner pharmazeutischen AG, aber auch die Geschichte des Produkts Kamillosan, das bis heute existiert.
Erzählungen aus der Ich-Perspektive, Familienerbstücke und Materialien aus der Arthur-Abelmann-Sammlung im Jüdischen Zentrum für Geschichte in New York sowie Bilder aus Archiven in Deutschland und der Schweiz stellen das pulsierende jüdische Kulturleben in Frankfurt dem Aufstieg der nationalsozialistischen Unterdrückung gegenüber.
Der Filmproduzent Charles Abelmann, Enkel von Arthur Abelmann, ist promovierter Bildungsforscher und ehemaliger Senior Education Specialist der Weltbank, der nach seiner Karriere als Lehrer, Schulleiter und Bildungsexperte zum Dokumentarfilmer wurde.