Bad Homburg v. d. Höhe. Der Neubau des Feuerwehrhauses in Ober-Erlenbach macht sichtbare Fortschritte: Am Freitag, 23. Oktober 2026, feierte die Stadt Bad Homburg v. d. Höhe gemeinsam mit den beteiligten Handwerksunternehmen und Ingenieurbüros, der Freiwilligen Feuerwehr Ober-Erlenbach und Mitgliedern des Ortsbeirats das Richtfest. Auf dem rund 4.500 Quadratmeter großen Grundstück in der Vilbeler Straße 38 ist der Rohbau nach wenigen Monaten Bauzeit nahezu fertiggestellt. Das Projekt liegt damit im vorgesehenen Zeitplan und im geplanten Kostenrahmen.
„Mit dem Richtfest erreichen wir einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einem modernen Feuerwehrhaus für Ober-Erlenbach. Wir schaffen damit nicht nur zeitgemäße Arbeits- und Einsatzbedingungen für unsere ehrenamtlichen Feuerwehrkräfte, sondern stärken zugleich den Bevölkerungsschutz in unserem Stadtteil“, sagte Oberbürgermeister Alexander Hetjes. „Besonders wichtig ist mir, dass das Gebäude im Notfall auch als Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger dienen kann.“
Baufortschritt im Zeitplan
Mit den Erd- und Tiefbauarbeiten wurde im Oktober 2025 begonnen. Diese dauerten bis Februar 2026. Seitdem ist der Rohbau zügig gewachsen. Die Planung der beteiligten Ingenieurbüros und die gute Arbeit der Bauunternehmen tragen dazu bei, dass die einzelnen Bauabschnitte effizient umgesetzt werden können und die Abläufe auf der Baustelle reibungslos funktionieren.
Bis Ende 2027 sollen sämtliche Bauarbeiten abgeschlossen sein. Anschließend sind die erforderlichen Erprobungen der Feuerwehrabläufe sowie gegebenenfalls notwendige Anpassungen vorgesehen. Diese sollen bis April 2028 abgeschlossen werden.
Das Gesamtbudget für das neue Feuerwehrhaus beträgt rund 7,6 Millionen Euro. Die Kosten liegen nach aktuellem Stand im geplanten Rahmen.
Oberbürgermeister Hetjes betont: „Ein solches Bauprojekt erfordert das gute Zusammenspiel vieler Beteiligter. Ich danke allen Planern, den ausführenden Unternehmen und den Mitarbeitenden unserer Fachabteilungen für ihren Einsatz. Mein besonderer Dank gilt der Freiwilligen Feuerwehr Ober-Erlenbach, die ihre praktischen Anforderungen
in die Planung einbringt. So entsteht ein Gebäude, das auf die Bedürfnisse des Einsatzalltags zugeschnitten ist und zugleich für künftige Anforderungen gerüstet sein soll.“
Einheitliches Konzept für die Bad Homburger Feuerwehrhäuser
Das neue Feuerwehrhaus ist Teil eines übergreifenden architektonischen Gesamtkonzepts für die Feuerwehrhäuser der Stadt Bad Homburg. Der Entwurf wurde vom Frankfurter Architektur- und Ingenieurbüro „apd“ gemeinsam mit der Stadt entwickelt.
Das Konzept sieht vor, für gleiche Funktionen wiederkehrende Gebäudemodule einzusetzen. Auf diese Weise sollen den Freiwilligen Feuerwehren der Bad Homburger Stadtteile funktional gleichwertige Gebäude ermöglicht werden – unabhängig von der jeweiligen Topografie und dem Zuschnitt der Grundstücke. Vergleichbare Feuerwehrhäuser nach diesem Konzept wurden bereits in Ober-Eschbach und Dornholzhausen umgesetzt.
„Unser Ziel ist es, den Freiwilligen Feuerwehren in allen Stadtteilen eine verlässliche und funktionale Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Durch das gemeinsame architektonische Konzept verbinden wir die Anforderungen des jeweiligen Standorts mit einem einheitlichen Qualitätsanspruch“, erklärt Bürgermeister Dr. Oliver Jedynak.
Nachhaltige Technik und durchdachte Ausstattung
Der Neubau wird überwiegend aus Stahlbeton und gemauerten Wänden errichtet. Ein besonderes Merkmal ist die Fahrzeughalle, deren Holzdach mit sichtbarer Konstruktion aus Holzsparren und fünf großen Leimbindern als Hauptträgern ausgeführt wird.
Auch bei der technischen Ausstattung und der Energieversorgung setzt das Gebäude auf moderne Lösungen. Vorgesehen sind eine Pelletheizung mit einer Leistung von 100 Kilowatt, eine Photovoltaikanlage mit rund 30 Kilowattpeak und 64 Modulen sowie ein Stromspeicher mit 20 Kilowattstunden Kapazität. Ergänzt wird die Haustechnik durch eine zentrale Lüftungsanlage, Fußbodenheizung und LED-Beleuchtung.
Die Planung berücksichtigt zudem alle Anforderungen an Barrierefreiheit und einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser: Ein Aufzug ermöglicht den barrierefreien Zugang zum ersten Obergeschoss. Eine Zisterne mit einem Fassungsvermögen von rund 4.000 Litern sammelt sauberes Dachregenwasser, das zur Bewässerung der umgrenzenden Begrünung genutzt werden kann. Darüber hinaus wird das auf den Parkflächen anfallende Regenwasser in einer Rückhalteanlage mit einem
Volumen von rund 34.000 Litern zwischengespeichert und verzögert abgeleitet.
Zudem wird auch im neuen Feuerwehrhaus ein Notstromaggregat fest verbaut. So ist dafür gesorgt, dass das Gebäude im Katastrophenfall voll einsatzbereit bleibt. Auch die Küche ist mit Blick auf den Bevölkerungsschutz konzipiert. Damit erhält das Gebäude eine zusätzliche Funktion über den regulären Feuerwehrbetrieb hinaus.
Mit dem neuen Feuerwehrhaus entsteht in Ober-Erlenbach eine moderne und vielseitig nutzbare Infrastruktur, die sowohl den Anforderungen des Feuerwehralltags als auch den Aufgaben des Bevölkerungsschutzes Rechnung trägt.