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Gemeinsam für den Schutz heimischer Wildtiere: Stadt Bad Homburg baut Urbanes Wildtiermanagement auf und kooperiert mit der Wildtierhilfe Schäfer e.V. | © Stadt
Aktuelles – 14.08.2026
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Gemeinsam für den Schutz heimischer Wildtiere: Stadt Bad Homburg baut Urbanes Wildtiermanagement auf und kooperiert mit der Wildtierhilfe Schäfer e.V.

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Bad Homburg v. d. Höhe. Manchmal entscheidet ein einziger Anruf über Leben und Tod. Wenn ein verletzter Igel am Straßenrand liegt, ein aus dem Nest gefallener Jungvogel gefunden wird oder ein geschwächter Greifvogel nicht mehr fliegen kann, sind Mitgefühl und schnelles Handeln gefragt. Doch wohin können sich Bürgerinnen und Bürger wenden, wenn sie einem Wildtier in Not helfen möchten? Genau hier setzt die Stadt Bad Homburg an: Mit dem Aufbau eines kommunalen Urbanen Wildtiermanagements und der Kooperation mit der Wildtierhilfe Schäfer e.V. werden die Strukturen für fachkundige Beratung, bessere Koordination und den nachhaltigen Schutz heimischer Wildtiere weiter ausgebaut.

Bislang gibt es in Bad Homburg keine zentrale und einheitlich koordinierte Anlaufstelle für Fragen rund um hilfsbedürftige Wildtiere. Viele Bürgerinnen und Bürger stehen daher im Ernstfall vor der Herausforderung, den richtigen Ansprechpartner zu finden. Nicht selten werden Feuerwehr oder Polizei verständigt, obwohl diese Aufgaben nicht zu ihren originären Zuständigkeiten gehören.

Bereits im Vorfeld der nun beschlossenen Kooperation hatte sich die engagierte Bad Homburger Bürgerin Nicole Pittelkow an die Stadtverwaltung gewandt. Sie setzt sich seit vielen Jahren für den Tierschutz und den Schutz heimischer Wildtiere ein. Im Austausch informierte der städtische Ranger Boris Heinrich sie über den geplanten Aufbau eines kommunalen Urbanen Wildtiermanagements und eines behördenübergreifenden Leitfadens. Ziel ist es, den Umgang mit verletzten, kranken oder hilfsbedürftigen Wildtieren künftig fachlich fundiert, rechtssicher und behördenübergreifend zu koordinieren.

Der Ranger richtet hierfür eine Fach- und Koordinierungsstelle für Wildtierfragen ein und fungiert künftig als zentrale Ansprechperson innerhalb der Stadtverwaltung. Zu den Aufgaben gehören die Beratung von Bürgerinnen und Bürgern, die Aufnahme und Bewertung von Meldungen, die Unterstützung bei Wildtierkonflikten sowie Maßnahmen zur Krankheitsprävention und zum Monitoring von Wildtierkrankheiten.

Der behördenübergreifende Leitfaden soll einheitliche Abläufe schaffen und die Zusammenarbeit zwischen Behörden, ehrenamtlichen Akteuren, Jägerschaft sowie Tier- und Naturschutzorganisationen stärken. Dabei werden die unterschiedlichen naturschutz- und jagdrechtlichen Regelungen für die jeweiligen Wildtierarten berücksichtigt.

Die Kooperation mit der Wildtierhilfe Schäfer e.V. ergänzt das kommunale Wildtiermanagement. Die erfahrene Organisation verfügt über langjährige Erfahrung in der Beratung, Versorgung und Vermittlung von Wildtierfunden. Über die Website der Stadt Bad Homburg erhalten Bürgerinnen und Bürger künftig einen direkten Zugang zur fachkundigen Erstberatung. Bei Bedarf vermittelt die Wildtierhilfe geeignete Pflegestellen oder weitere Hilfsmaßnahmen.

Wichtig für Finder aus dem Rhein-Main-Gebiet: Im Wildtierhilfe-Zentrum Rhein-Main, Bahnhofstraße 1–7, 63263 Neu-Isenburg, können Wildtiere täglich von 13 bis 19 Uhr abgegeben werden, sofern Kapazitäten vorhanden sind. Die Annahme erfolgt ausschließlich nach vorheriger telefonischer Anmeldung unter 0176-32688910.

„Wildtiere gehören zu unserer natürlichen Umwelt und verdienen unsere Unterstützung, wenn sie in Not geraten. Mit dem Aufbau eines kommunalen Wildtiermanagements schaffen wir klare Zuständigkeiten, stärken die Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure und bieten den Bürgerinnen und Bürgern eine verlässliche Orientierung. Die Kooperation mit der Wildtierhilfe Schäfer e.V. ergänzt dieses Konzept hervorragend und ermöglicht es uns, auf vorhandenes Fachwissen und bewährte Strukturen zurückzugreifen“, sagt der zuständige Dezernent und Bürgermeister Dr. Oliver Jedynak.

Ein wichtiger Bestandteil der zukünftigen Arbeit ist die Aufklärung der Bevölkerung. Verletzte oder vermeintlich hilfsbedürftige Wildtiere sollten nicht vorschnell aufgenommen werden. Viele Jungtiere werden weiterhin von ihren Elterntieren versorgt, obwohl sie scheinbar allein sind. Zudem können Wildtiere Krankheiten oder Parasiten übertragen. Bei Wildarten, die dem Jagdrecht unterliegen, kann eine unberechtigte Aneignung rechtliche Konsequenzen haben und im Einzelfall sogar als Wilderei gewertet werden. Daher sollte grundsätzlich zunächst fachlicher Rat eingeholt und der Fund den zuständigen Stellen gemeldet werden.

Praktisch lässt sich die Abgrenzung oft so zusammenfassen:

Retten und melden = regelmäßig zulässig.
Mitnehmen und behalten = regelmäßig unzulässig.

Deshalb wird empfohlen, die Polizei oder den zuständigen Jagdausübungsberechtigten zeitnah zu informieren, wenn ein dem Jagdrecht unterliegendes Wildtier aufgenommen und zu einer Auffangstation oder einem Tierarzt gebracht wird.

Als erste Orientierung empfiehlt die Stadt Bad Homburg die kostenfreie App „Wildtier SOS“. Sie bietet für nahezu alle heimischen Wildtierarten eine Ersteinschätzung und zeigt passende Ansprechpartner, Wildtierstationen und Pflegestellen in der jeweiligen Region an.

Die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Bad Homburg und der Wildtierhilfe Schäfer e.V. ist bereits angelaufen. Gemeinsam werden die Abläufe weiter konkretisiert und die notwendigen Strukturen dauerhaft etabliert. Ziel ist ein modernes, bürgernahes und fachlich fundiertes Urbanes Wildtiermanagement, das den Schutz heimischer Wildtiere nachhaltig stärkt.

Für Rückfragen ist die Wildtierhilfe Schäfer e.V. unter 0178/7215103 oder per E-Mail an info@wildtierhilfe-schaefer.de erreichbar.