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Bad Homburg feiert Erntedank – und 70 Jahre Städtepartnerschaften
Aktuelles – 06.10.2026
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Bad Homburg feiert Erntedank – und 70 Jahre Städtepartnerschaften

Delegation aus Cabourg beim Erntedankmarkt erwartet
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Bad Homburg. Der Erntedankmarkt steht vor der Tür: Am 10. und 11. Oktober lädt die Aktionsgemeinschaft wieder zum traditionellen Erntedankmarkt in die Innenstadt. Zahlreiche Stände, kulinarische Angebote und ein buntes Programm erwarten die Besucherinnen und Besucher. 

 

Ein besonderer Gast auf dem diesjährigen Markt ist die französische Partnerstadt Cabourg. Eine Delegation aus Frankreich wird an beiden Markttagen mit einem eigenen Stand vor der ehemaligen Alten Post gegenüber des Kurhauses vertreten sein. Dort können Besucherinnen und Besucher Spezialitäten und Leckereien aus der Normandie kennenlernen und sich mit den Gästen aus Frankreich über die langjährige Freundschaft der beiden Städte austauschen.

 

Auch der Internationale Städtepartnerschaftsverein (ISPV) wird beim Erntedankmarkt präsent sein. An einem Informationsstand in der Louisenstraße in der Nähe des Waisenhausplatzes informiert der Verein über die Städtepartnerschaften Bad Homburgs und ihre vielfältigen Aktivitäten. Darüber hinaus werden dort Produkte aus der Schweizer Partnerstadt Chur angeboten.

 

70 Jahre europäische Städtefreundschaft

Der diesjährige Erntedankmarkt bietet damit einen schönen Rahmen für ein besonderes Jubiläum: Am 6. Oktober 1956 wurde im damaligen Bad Homburger Kurhaus der Europäische Städtepartnerschaftsring – international als „Jumelage“ bezeichnet – gegründet.

 

Wenige Tage zuvor, vom 3. bis 6. Oktober 1956, hatten sich in Frankfurt und Bad Homburg mehr als 3.000 Vertreterinnen und Vertreter europäischer Gemeinden zum 3. Gemeindevertretertreffen versammelt. Neben dem Austausch über kommunale Fragen stand vor allem die Förderung des europäischen Gedankens im Mittelpunkt. Der persönliche Austausch zwischen Bürgerinnen und Bürgern verschiedener Länder sollte dabei eine wichtige Grundlage für ein friedliches und geeintes Europa bilden.

 

Der damalige Bad Homburger Oberbürgermeister Karl Horn erkannte früh die Bedeutung dieses Gedankens und unterstützte die Gründung des Städtepartnerschaftsrings. Acht Städte gehörten 1956 zu den Gründungsmitgliedern: Bad Homburg, Bad Mondorf (Luxemburg), Béjaïa (Algerien), Cabourg (Frankreich), Chur (Schweiz), Mayrhofen (Österreich), Terracina (Italien) und Spa (Belgien). Im Laufe der folgenden Jahre veränderte sich der Kreis der Mitgliedsstädte. 

 

Nach dem Ausscheiden von Spa und Béjaïa bildeten Bad Homburg, Bad Mondorf, Cabourg, Chur, Mayrhofen und Terracina über Jahrzehnte hinweg den festen Kern des Europäischen Städtepartnerschaftsrings. Historische Unterlagen führen diese sechs Kommunen bereits als Mitglieder des ersten europäischen Partnerschaftsrings auf. Über Jahrzehnte hinweg wurde die Verbindung durch regelmäßige Treffen und vielfältige Begegnungen lebendig gehalten.

 

Ein besonderer Höhepunkt des Jubiläumsjahres war das Treffen des Städtepartnerschaftsrings im Juni 2026 in Terracina. Vier Tage lang standen der persönliche Austausch und die Feierlichkeiten der 70-jährigen europäischen Städtefreundschaft im Mittelpunkt. Zum Programm gehörten unter anderem gemeinsame Arbeitssitzungen und ein Konzert im Römischen Theater von Terracina. 

 

Im Rahmen des Jubiläumstreffens wurde Spa offiziell wieder in den Städtepartnerschaftsring aufgenommen. Mit der Unterzeichnung einer offiziellen Urkunde wurde die erneuerte Verbindung mit Spa feierlich bekräftigt. Seitdem umfasst der Partnerschaftsring wieder sieben Städte.

 

Seit 70 Jahren steht die Jumelage damit für Begegnung, Freundschaft und den europäischen Gedanken – und sie ist bis heute lebendig. „Europa ist nicht nur eine Idee, die in Brüssel oder in den europäischen Institutionen stattfindet. Europa lebt vor allem dort, wo Menschen einander begegnen, sich kennenlernen und Freundschaften schließen. Genau das leisten Städtepartnerschaften – sie machen Europa vor Ort erlebbar“, sagt Oberbürgermeister Alexander Hetjes. Gerade in einer Zeit, in der Krisen, Konflikte und gesellschaftliche Spannungen Europa vor große Herausforderungen stellen, seien Städtepartnerschaften wichtiger denn je. Hetjes: „Sie schaffen persönliche Verbindungen, die Grenzen überwinden und Verständnis füreinander wachsen lassen.“

 

Städtepartnerschaften, die gelebt werden

Umso erfreulicher sei die Tatsache, dass die Verbindungen zwischen Bad Homburg und seinen Partnerstädten äußerst lebendig seien. Das zeige sich auch durch die zahlreichen Begegnungen und gemeinsamen Projekte der vergangenen Jahre. Mit Chur gibt es beispielsweise ein gemeinsames Bandprojekt sowie Schüleraustausche. Mit Terracina finden ebenfalls regelmäßig Begegnungen statt. Nachdem eine Delegation aus der italienischen Partnerstadt im vergangenen Jahr beim Bad Homburger Erntedankmarkt zu Gast war, wird Terracina in diesem Jahr auf dem Romantischen Weihnachtsmarkt am Schloss mit italienischen Spezialitäten vertreten sein. Auch die Beteiligung einer weiteren Partnerstadt ist vorgesehen. Zudem war eine Bad Homburger Delegation beim dortigen Food Festival zu Gast. Über diese Kontakte ist es ganz aktuell zu einem deutsch-italienischen Schüleraustausch gekommen.

 

Die Verbindung zu Cabourg wird ebenfalls durch den Schüleraustausch, aber auch durch regelmäßige gegenseitige Besuche gepflegt. Erst kürzlich war eine Bad Homburger Delegation beim „Marché du Jumelage“ in der französischen Partnerstadt.

 

Auch mit Bad Mondorf gibt es einen intensiven Austausch, unter anderem zwischen Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern sowie zwischen den Feuerwehren Kirdorf und Bad Mondorf.

 

Die Partnerschaft mit Mayrhofen lebt ebenfalls von vielfältigen Begegnungen: Im vergangenen Jahr war die Bundesmusikkapelle beim Bad Homburger Laternenfest zu Gast, außerdem gab es eine Bürgerreise nach Mayrhofen und den Besuch einer Delegation beim diesjährigen „Stadl“. Auch der Tourismusverband Mayrhofen präsentierte sich bei den Bad Homburg Open auf der Brunnenallee.

 

Mit Dubrovnik bestehen ebenfalls zahlreiche Kontakte. Dazu gehören ein gemeinsames Bandprojekt, Besuche Bad Homburger Delegationen beim St.-Blasius-Fest und bei der Eröffnung des Sommerfestivals, Bürgerreisen sowie der Besuch einer Delegation aus Dubrovnik bei den Bad Homburg Open. Besonders intensiv ist die Zusammenarbeit der Feuerwehren aus Dubrovnik und Bad Homburg. Dazu zählen gemeinsame Übungen und gegenseitige Schulungen.

 

„Seit 70 Jahren zeigt Bad Homburg gemeinsam mit seinen Partnerstädten, dass Europa vor allem durch die Menschen lebt, die es miteinander verbinden. In einer Zeit, in der Grenzen und Unterschiede wieder stärker betont werden, setzen Städtepartnerschaften ein wichtiges Zeichen: für Begegnung statt Distanz, für Verständnis statt Vorurteile und für Freundschaft über Grenzen hinweg. Das ist gelebtes Europa“, resümiert der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Peter Braun. 

 

Übrigens: Auch das Stadtarchiv widmet dem Jumelage-Jubiläum eine Ausstellung. Zur Kulturnacht am Samstag, 24. Oktober 2026werden im Stadtarchiv in der Villa Wertheimber Filme, Fotos, Postkarten, Zeitungen, Akten und andere Archivalien rund um das Jubiläum im Lesesaal und im Foyer der Villa Wertheimber gezeigt. Auch der Bad Homburger Geschichtsverein ist mit im Boot und ergänzt den „Stöberabend“ unter anderem durch die Möglichkeit, eigene Wunschpostkarten zu drucken. Der Dorische Tempel wird in den Farben der Nationalflaggen der Partnerstädte erstrahlen und im Innenraum gibt es eine kleine Tafel-Ausstellung zu den Partnerstädten.

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