Bad Homburg v. d. Höhe. Wenn Museen, Kirchen, Bühnen und weitere Kulturorte ihre Türen bis in den späten Abend öffnen, ist wieder Kulturnacht in Bad Homburg. Am Samstag, 24. Oktober 2026, lädt die Stadt zur inzwischen 16. Ausgabe ein. An insgesamt 16 Kulturorten erwartet die Besucherinnen und Besucher ab 19 Uhr ein vielseitiges Programm aus Musik, Theater, Kunst, Geschichte, Führungen und Mitmachangeboten. Dabei führt die Kulturnacht quer durch die Stadt und verbindet bekannte Kulturinstitutionen mit besonderen Einblicken in Museen, Kirchen und Veranstaltungsorte der Stadtteile.
Oberbürgermeister Alexander Hetjes freut sich auf einen abwechslungsreichen Kulturabend: „Die Kulturnacht zeigt auf besondere Weise, wie vielfältig das kulturelle Leben in Bad Homburg ist. An nur einem Abend können die Besucherinnen und Besucher ganz unterschiedliche Orte, Künstlerinnen und Künstler sowie kulturelle Angebote erleben. Ich lade alle herzlich dazu ein, sich durch die Stadt treiben zu lassen, Neues zu entdecken und die besondere Atmosphäre dieser Nacht zu genießen.“
Ein Abend voller Klänge und Geschichten
Den Auftakt der Kulturnacht markieren um 18.45 Uhr die Glocken von St. Marien und der Erlöserkirche. Wenig später beginnt ein Abend, an dem sich Bad Homburg von ganz unterschiedlichen kulturellen Seiten zeigt. In St. Marien steht die neue Klais-Orgel im Mittelpunkt, während die Erlöserkirche anlässlich seines 100. Todestages dem Dichter Rainer Maria Rilke einen musikalischen Abend widmet. Das Vokalensemble „Les Noctuelles“ aus Valence und der Kammerchor Bad Homburg verbinden seine Texte mit Werken weiterer Dichter.
Überhaupt wird Musik in dieser Nacht an vielen Orten zu hören sein – und könnte unterschiedlicher kaum ausfallen. Während das Akustik-Quartett O-Ton in der Englischen Kirche Weltmusik, Jazz und mediterrane Klänge miteinander verbindet, setzt die Frankfurter Band Thruxtone im Speicher mit kraftvollem Hardrock einen deutlichen Kontrast. In der Galerie Artlantis lässt die Band TimeLine die Musik von Pink Floyd aufleben, eingebettet in die Fotoausstellung „Komma“ des New Yorker Künstlers Kevin Clarke.
Wer sich lieber in fremde Welten entführen lassen möchte, findet im Kurtheater die passende Gelegenheit. Bei der Science-Fiction-Nacht stehen „Per Anhalter durch die Galaxis“ und „Indiana Jones und der Fluch von Atlantis“ auf dem Spielplan. Spannende Geschichten gibt es auch in der StadtBibliothek zu entdecken: Dort liest die Autorin Katharina Spengler um 19.30 Uhr und 21.30 Uhr aus ihrem Taunuskrimi „Am Tatort frühstückt man nicht“. Federweißer und Zwiebelkuchen sorgen für die passende herbstliche Begleitung.
Geschichten, die Bad Homburg lebendig machen
Doch die Kulturnacht lädt nicht nur zum Zuhören und Zuschauen ein. Sie eröffnet auch neue Perspektiven auf die Stadt und ihre Geschichte. Bei einer Architekturführung entlang der Dorotheenstraße stehen diesmal bemerkenswerte Frauen im Mittelpunkt, deren Leben und Wirken mit der Straße verbunden sind.
Im Schloss öffnen sich die Türen zur Schlosskirche und zur Gruft der Landgrafen, während der Bibliotheksflügel Einblicke in die Geschichte der Landgrafenzeit gewährt. Und in Kirdorf lässt ein Nachtwächter mit Laterne, Hellebarde und Trompete längst vergangene Zeiten wieder lebendig werden.
Wie eng Kultur, Geschichte und internationale Verständigung miteinander verbunden sind, zeigt sich an zwei weiteren Orten. Anlässlich von 70 Jahren Städtepartnerschaften präsentiert das Stadtarchiv historische Dokumente, Fotografien und Filmmaterial zur Geschichte der Bad Homburger Städtepartnerschaften. Im benachbarten Gustavsgarten wird der Dorische Tempel passend dazu in den Farben der Stadtflaggen der Partnerstädte illuminiert.
Kunst entdecken, Perspektiven wechseln
Auch die Museen laden dazu ein, Bekanntes neu zu betrachten und selbst aktiv zu werden. Das Museum Sinclair-Haus erkundet mit seiner Ausstellung „Tierstimmen. Kontakt durch Klang“ die faszinierende Welt tierischer Kommunikation und verbindet Kunst mit kreativen Mitmachangeboten. Im Museum Ober-Erlenbach erzählen mehr als 20 private Fotoalben vom Wandel des Stadtteils. Besucherinnen und Besucher können dabei helfen, historische Aufnahmen zuzuordnen, und eigene Fotografien zur Archivierung mitbringen. In St. Elisabeth in Ober-Eschbach laden die Werke der Künstlerin Anita Jäger zu einer stilleren Begegnung mit Kunst ein, begleitet von meditativen Führungen und Live-Musik.
„Kultur lebt davon, dass Menschen neugierig bleiben, Fragen stellen und sich auf neue Perspektiven einlassen. Die Kulturnacht eröffnet die Möglichkeit, vertraute Orte mit anderen Augen zu sehen. Besonders freue ich mich, dass wir im wiedereröffneten Gotischen Haus zeigen können, wie lebendig die Auseinandersetzung mit Kunst und Geschichte sein kann“, sagt Dr. Ursula Grzechca-Mohr, Leiterin des Städtischen Museums und stellvertretende Fachbereichsleiterin Kultur und Bildung.
Das Museum Gotisches Haus greift diesen Gedanken mit einem Programm aus Ausstellungen, einem Vortrag und Führungen auf. Unter dem Titel „Die Kunst, Spuren zu lesen“ geht es um 19.30 Uhr darum, Kunstwerke genauer zu betrachten und ihre Geschichten zu entdecken. Bei anschließenden Führungen können die Gäste die Sammlungen näher kennenlernen. Im Museumscafé lädt zudem ein Hutsalon dazu ein, historische Kopfbedeckungen selbst auszuprobieren.
Kostenlos mit dem Shuttlebus durch die Kulturnacht
Damit auch die weiter auseinanderliegenden Kulturorte bequem erreichbar sind, bietet die Stadt in diesem Jahr einen kostenlosen Shuttlebusverkehr an. Zwei Busse verkehren zwischen 18.30 Uhr und 0.30 Uhr im Halbstundentakt auf derselben Route. Der erste Bus startet um 18.30 Uhr am Bahnhof, der zweite um 19 Uhr. Beide sind leicht an der Aufschrift „Kulturnacht“ zu erkennen.
Neben dem Bahnhof werden die fünf Haltestellen Rathaus, Kurhaus, Tannenwaldweg 6, Elisabethenschneise und Tannenwaldallee 50 angefahren. Der Abfahrtsbahnsteig am Bahnhof ist entsprechend beschildert. An den weiteren Haltestellen informieren eigens angebrachte Schilder mit dem speziellen Kulturnacht-Fahrplan über die Abfahrtszeiten. Die genaue Streckenführung ist im Programmheft dargestellt.
Bad Homburger Kulturnacht auf einen Blick
Samstag, 24. Oktober 2026 | ab 19 Uhr
16 Kulturorte in Bad Homburg und den Stadtteilen – Eintritt frei
Kostenloser Shuttlebus: Von 18.30 Uhr bis 0.30 Uhr im Halbstundentakt zwischen sechs Haltestellen.
Weitere Informationen: Das vollständige Programm mit allen Veranstaltungszeiten, Adressen und dem Shuttlebus-Fahrplan ist unter
www.bad-homburg.de, in der Bad Homburg App und im städtischen Veranstaltungskalender abrufbar.