Zum Hauptinhalt springen Zur Fußzeile springen
Die Sammlung Leonhardt | © NORBERT MIGULETZ
04.10.26 | Ausstellungen

Die Sammlung Leonhardt

  • Barrierefrei
  • Kinderfreundlich
  • Kostet Eintritt

Sammeln hat in der Familie Leonhardt Tradition. Für Eric, Claudia und Theresa Leonhardt ist es ein Lebensstil. Über Jahrzehnte haben sie gemeinsam eine außergewöhnliche Privatsammlung zur Geschichte Hessen-Homburgs sowie zur Kunst- und Kulturgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts aufgebaut. Erstmals wird diese Sammlung nun im Museum Gotisches Haus der Öffentlichkeit präsentiert.

Gemälde, Miniaturen und Grafiken, Kunsthandwerk aus Silber, Porzellan und Glas sowie Möbel bedeutender europäischer Ebenisten erzählen von den Beziehungen Hessen-Homburgs zu den europäischen Höfen und Fürstenhäusern ihrer Zeit. Einen besonderen Schwerpunkt bilden Homburgensien zur Geschichte des Landgrafenhauses Hessen-Homburg, insbesondere zu Landgraf Friedrich VI. Joseph, seiner Gemahlin, der englischen Prinzessin Elizabeth, und seiner Schwester Prinzessin Marianne. Über Jahrzehnte gelang es der Familie Leonhardt, zahlreiche Kunstwerke und Erinnerungsstücke, die im 19. Jahrhundert durch Erbgänge und politische Entwicklungen verstreut worden waren, nach Bad Homburg zurückzuholen. Ergänzt wird die Sammlung durch Objekte der von Jean Emil Leonhardt gegründeten REX-Conservenglasgesellschaft, die den Bogen bis in die Zeit der Industrialisierung schlagen.

Die Ausstellung vermittelt zugleich den Charakter dieser außergewöhnlichen Privatsammlung. Ihre Präsentation orientiert sich an der früheren Aufstellung in den Wohnräumen der Familie Leonhardt. Die dichte Verbindung von Gemälden, Möbeln und Kunsthandwerk bricht mit musealen Sehgewohnheiten und schafft eine für ein Museum ungewöhnliche Wohnlichkeit.

In vier Themenbereichen entfaltet sich die Geschichte Hessen-Homburgs: Porträts der landgräflichen Familie und kunstvoll geschliffene Erinnerungsgläser führen in die Residenz des 18. Jahrhunderts ein. Ansichten von Homburg und Meisenheim erzählen von der Landgrafschaft und ihren historischen Veränderungen. Ein weiterer Schwerpunkt widmet sich der englischen Prinzessin Elizabeth, Landgraf Friedrich VI. Joseph und Prinzessin Marianne sowie ihren europäischen Verbindungen. Den Abschluss bilden Zeugnisse des Wandels Homburgs zur Kur- und Industriestadt mit Objekten der REX-Conservenglasgesellschaft.

Zugleich tritt die Sammlung in einen Dialog mit ihrem Ausstellungsort. Das Gotische Haus geht auf Friedrich VI. Joseph und seine Gemahlin Elizabeth zurück, die zu den zentralen Persönlichkeiten der Sammlung gehören. So begegnen sich hier die Geschichte des Hauses und die Geschichte seiner einstigen Bewohner.

 

Öffentliche Führungen werden immer dienstags um 14 Uhr angeboten.

Private Führungen auf Anfrage.

Datum

Sonntag, 04.10.26 -

Beginn um 12:00 Uhr

Ende um 17:00 Uhr

Termin speichern
Eintritt

5 Euro regulär, 2,50 Euro reduziert

Kontakt
Adresse
Gotische Allee 1
61350 Bad Homburg v. d. Höhe
Veranstalter
Museum Gotisches Haus von Oben | © Norbert Miguletz
Museum Gotisches Haus
Gotische Allee 1
61350 Bad Homburg v. d. Höhe

Veranstaltungsort
Museum Gotisches Haus

Das Gotische Haus ist ein 1823 im Auftrag der Landgräfin Elizabeth für ihren Mann, Landgraf Friedrich VI. Joseph, errichtetes Jagdschlösschen am Großen Tannenwald. Es hat, nach dem Tod des Landgrafen im Jahr 1829, seine Funktion nie aufnehmen können und diente fortan den unterschiedlichsten Zwecken. Seine Architektur wurde mehrfach der sich ändernden Nutzung angepasst, bis es nach einem Brand im Inneren völlig zerstört wurde. Nach einer ersten Sanierung in den 1980er Jahren wurde es im Äußeren der ursprünglichen Form weitestgehend angeglichen. Im Inneren hatte das Feuer alles zerstört. Ein mehrgeschossiger Beton- und Mauerbau ersetzte die einstig eingeschossigen Räumlichkeiten, die in viele gesonderten Räume unterteilt wurden.

1985 zog hier das 1916 gegründete Städtische historische Museum ein. Im Mittelpunkt seiner Präsentationen standen die Sammlungen zur Stadt- und Landesgeschichte Hessen-Homburgs sowie die Exponate der Kur- und Kulturgeschichte der Stadt Bad Homburg. Sonderbereiche waren ein Münzkabinett, die „Marienbader Stube“ und das sogenannte „Hutmuseum“.  

2020 wurde mit einer erneuten Sanierung des Gotischen Hauses begonnen. Es wurde mit einem zusätzlichen Treppenhaus ausgestattet, technisch auf den neuesten Stand gebracht und klimaneutral gemacht.

Während der Sanierung blieben 40 000 Objekte der Sammlung vorübergehend im „Schaudepot im Horex Museum“ Interessierten jederzeit zugänglich. Bis dahin wurden im 2012 eröffneten Horex Museum die industriegeschichtlichen Objekte unserer Sammlung, insbesondere zur Mobilitätsgeschichte, ausgestellt.  

Die Sanierung des Gotischen Hauses geht zu Ende. 2025 wird das Museum wiedereröffnet. Seine Fassade zeigt sich in der historischen Formensprache der im 19. JahrhundertTudor-Gotik, einzigartig auf dem europäischen Festland, dessen „Gotische Häuser“ in englischen Landschaftsgärten (s. Puschkin, Pulawy oder das Gartenreich Dessau-Wörlitz) die Architektur der deutschen Gotik, teils mit anderen Stilen kombiniert, zitieren.

Damit entspricht die Fassadengestaltung unseres Gotischen Hauses und die Wegeführung wieder den ursprünglichen Plänen der Landgräfin Elizabeth. Sein Inneres bleibt ein funktionaler Bau dessen neueste Museumstechnik helfen wird, die kostbaren und oft sehr fragilen Objekte, ausgeführt in unterschiedlichsten Materialien, auch für künftige Generationen zu erhalten.  

Alle Sammlungsbereiche werden nach der Eröffnung des Museums Gotisches Haus, in regelmäßig wechselnden Präsentationsformen, ausgestellt. Sonderausstellungen werden die einzelnen Sammlungsgebiete vertiefend darstellen.

Museum Gotisches Haus von Oben | © Norbert Miguletz; Bild in Lightbox öffnenMuseum Gotisches Haus von Oben | © Norbert Miguletz; Bild in Lightbox öffnen

Umgebung