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Märchenwettbewerb 2025 | © Doro Kaiser Illustration
Märchenwettbewerb 2025

Der verrückte Wunsch

von Anika Bartsch & Klara Rieck, Klasse 6, Kaiserin-Friedrich-Gymnasium Bad Homburg

 

Guli, eine Wildgans, entdeckt mit Freunden durch ein Portal das moderne Bad Homburg. Sehnsucht führt sie zurück zu ihrer Familie.

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#badhomburg

Der verrückte Wunsch

Es war einmal eine kleine Wildgans namens Guli. Ihr größter Wunsch war es, Homburg zu erkunden, aber ihre Mutter erlaubte es ihr nicht. Eines Tages, im Winter 1907, spielte Guli mit der Taube Marie und Einstein, dem weisen Schwan, Fangen im Schlosspark von Homburg. Es machte einen riesigen Spaß, bis Guli plötzlich inne hielt. Ihre Freunde sahen sie fragend an. Das sah auch Guli und erklärte mit Sehnsucht in den Augen: „Ich habe einen Wunsch, ich möchte endlich mal raus! Dort draußen fahren komische Sachen mit Packeseln davor.“ Einstein überlegte und starrte im den Himmel. „ Wir schleichen uns einfach weg!“, sagte Marie. Guli meinte aufgeregt: „Am besten wir schleichen uns zur Baustelle der Erlöserkirche, dort werden sie sicher nicht nach uns schauen. Wie wärs mit 19:07 Uhr am weißen Turm?“ Wenig später, 19:07 Uhr, standen alle bereit zum Aufbruch und liefen in Richtung Löwengasse. „ Dort!“, rief Guli, „ Dieses Packeselding!“ „ Das ist eine Droschke.“ antwortete Einstein. Dort liefen sie rein. Überall rumpelte es. Plötzlich bemerkte Guli einen schwarzen Fleck. „ Was ist das?“, fragte Guli. Einstein erklärte: „ Eine Fliege! Die kann fliegen!“ „ Ich kann auch fliegen!“, sagte Marie beleidigt. Die Fliege maulte: „ Pah! 1. Lebewesen auf dem Mond! Das war ich. Deshalb heiße ich Armstrong – kannst du das von dir behaupten?“ „ Nein!“, sagte Marie beeindruckt.

Guli schaute sich währenddessen in der Droschke um und meinte: „Sollten wir nicht schauen, wie wir in die Erlöserkirche kommen?“

„Das weiß ich!“ brummte Armstrong: „Folgt mir!“ Marie rief: „Endlich wieder Tageslicht!“ Guli watschelte voran, dahinter kam Einstein, das Schlusslicht bildete Marie. „Dort!“ rief Guli: „Die Baustelle!“. Alle vier rannten dorthin. Als sie die riesige Baustelle betraten, lief Guli ein kalter Schauer über den Rücken: will ich wirklich weg von Mama und dem Schlossteich? „Ich schlage vor, dass wir uns aufteilen, um die Kirche zu erkunden! Sie ist ja schon fast fertig. Zweierteams!“, meinte Marie. Einstein strahlte: „Einverstanden. Armstrong und ich bleiben zusammen.“ Niemand hatte etwas dagegen auszusetzen, also gingen Marie und Guli zusammen in die halb fertige Kirche. Alles war dunkel. Marie und Guli betraten die Baustelle, bis sie etwas sahen. Etwas ovalförmiges. Es war.. „ein Portal!“ rief Guli. Sie riefen nach Armstrong und Einstein. Alle nahmen sich an den Händen. Guli wollte gerade in das verwunderlich aufgetauchte Portal eintreten, als sie ruckartig stehen blieb und zweifelte: Mitten in der Erlöserkirche? Und warum wussten sie nichts davon? Das müsste doch bekannt sein! Was, wenn es gefährlich war? Doch Einstein hatte seinen Fuß schon mitten in das blau pulsierende Ding gestellt. Mit einem Ruck wurden alle hineingezogen. Sie befanden sich in einem weißen Strudel, doch plötzlich hatten sie wieder festen Boden unter den Füßen. Guli musste sich erst wieder daran gewöhnen. Als sie sich umsah, war alles festlich geschmückt, allerdings nicht so, wie man es 1907 schmücken würde. Es war anders!

Ein riesiges, monströses Ding kam auf sie zu, ein Quietschen und unbekannte Geräusche waren zu hören. Die vier kauerten sich hinter eine große Stange, die oben drei leuchtende Farben anzeigte. Alle Menschen sahen sehr komisch aus. Eine Frau mit Stoff an den Beinen lief an ihnen vorbei. Erstaunt sah Guli ihr hinterher. Plötzlich sprang das Ding auf Rot. Das Monster hupte, dann stand es still. „Wir haben es gebändigt!“ rief Marie. „Habt ihr nicht“, sagte eine Stimme hinter ihr. „So etwas nennt man Bus, der an einer Ampel hält.“ „Das ist ein Fell-Ding. Ich glaube, so etwas nennt man Hund.“ erklärte Einstein. „Darf ich vorstellen? Hasso heiße ich, ich bin adelig,“ meinte der Hund:“ Meine Herrin Emelie Lenné ist die Urgroßenkelin von Peter Joseph Lenné.“ „Wem?“ fragte Guli. Einstein verdrehte die Augen und meinte: “Der Architekt des Schlossparks.“ „Ach so!“ verstand Guli. Glockenklänge waren zu hören. „Da ist eine Turmuhr.“ Sagte Marie. „Wir müssen los!“ „Willst du mit, Hasso?“ „Nein, ich bin hier an der Leine, sorry!“ „OK, Tschüss!“ verabschiedeten sie sich.

Sie liefen weiter. Überall sah es so fremd aus. Alle Menschen hatten andere Kleidung an, und Hüte sah man auch nicht. Selbst die Frauen trugen keine Kleider, sondern Hosen und Pullover. Außerdem fuhren anstatt Kutschen kleine und große Monster oder „Busse“, wie Hasso gesagt hatte. Sie zählten fünf Schläge, wie Einstein wusste. Sie kamen zur Louisenstraße und bewunderten die Geschäfte. Alles war weihnachtlich dekoriert. Wow, dachte Guli. Alles sieht so schön aus! An den Türen klebten Männer mit seltsamen weißen Bärten und roten Anzügen. „Schaut mal! Da!“ rief Marie plötzlich. „Ist das nicht unser Schlosspark?“ „Und hier ist die Erlöserkirche, sie ist fertig!“  bemerkte Armstrong. Sie sehen die riesige Kirche an. „Dort, an der Kirche, ist etwas: ein Kreis,“ rief Guli. „Da sind ja zwei Gänse drin.“ Ja, sie sehen aus wie Deine Eltern,“ meinte Einsein. Jetzt bewegten sich die zwei Gänse und sprachen unter großem Staunen von Guli, Marie und Einstein: „Bitte, Guli, komm wieder in unsere Zeit. Wir vermissen Dich so sehr! Und Marie und Einstein, eure Eltern sind auch schon ganz krank vor Sorge!“ Sie sahen sich an. „Was meint ihr? Wollen wir wieder nach Hause zurück, zu unseren Familien?“ fragte Marie. Alle stimmten zu. „Armstrong, kommst du?“ fragte Guli. „Nein, mir gefällt es hier besser,“ antwortet Armstrong. Sie verabschiedeten sich traurig. Als alle wieder am Portal standen, liefen ihnen Tränen über die Wangen. Entschlossen gingen sie durch das milchige Portal. Der Rest des Wegs von der Erlöserkirche bis zum Schlosspark war schnell bewältigt. „Dort ist Mama!“, schrie Guli aufgeregt und rannte auf ihre Eltern zu. Glücklich nahmen sie sich in die Arme. Auch die Freunde fanden ihre Familien wieder. Das war doch der schönste Ort der Welt!

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