Es war einmal ein Junge namens Matteo. Er war ein Waisenkind und lebte im Dorf Bad Homburg. Matteo hatte keine Familie, aber ein großes Herz und eine noch größere Sehnsucht nach Abenteuern.
Eines Tages beschloss er, aus dem Waisenhaus zu fliehen. Er wollte ein echtes Zuhause finden – einen Ort, an dem er sich nicht mehr allein fühlen musste. Nach langer Suche, hungrig und müde, kam er an ein altes, verwittertes Haus am Rande der Stadt.
Dort lebte eine geheimnisvolle alte Dame. Als sie Matteo sah, lächelte sie sanft und sprach: „Du suchst ein Zuhause? "Dann komm herein, Junge.“ Von diesem Moment an begann Matteos neues Leben – und mit ihm ein großes Geheimnis.
Drei Jahre vergingen, und Matteo wurde 13 Jahre alt. Zum Geburtstag wollte seine neue Familie mit ihm den Weißen Turm besuchen – ein Ort, den sie schon lange aus der Ferne bewundert haben.
Sie besaßen kein Auto, denn sie waren keine reiche Familie, aber auch keine Armen. Zum Glück lag der Turm ganz in der Nähe ihres Hauses, also konnten sie zu Fuß hingehen.
Als sie dort ankamen, war es bereits sieben Uhr abends, und bald waren alle müde. Sie beschlossen, den Besuch auf später zu verschieben und schlafen zu gehen.
Doch in der Nacht – es war Mitternacht – wachte Matteo auf. Etwas ließ ihm keine Ruhe. „Was ist wohl im Turm drin?“, flüsterte er sich selbst zu. Seine Neugier war zu groß. Also schlich er sich heimlich zum Turm, obwohl es verboten war, ihn nachts zu betreten.
Im Inneren war eine verborgene Treppe. Als Matteo die erste Stufe betrat, veränderte sich alles. Plötzlich stand er in einer alten Straße. Pferdekutschen fuhren vorbei, und zwei Männer diskutierten – sie sahen aus wie die Brüder Grimm!
Er stieg weiter:
● Auf der 50. Stufe sah er den Bau des Kurparks.
● Auf der 100. Stufe erlebte er das Mittelalter – mit Rittern, Märkten und alten Burgen.
● Auf der 150. Stufe wurde gerade der erste Stein des Weißen Turms gelegt.
Manche Szenen waren wunderschön, andere traurig. Matteo sah, wie die Stadt lebte, litt, wuchs und sich veränderte.
Schließlich erreichte er die 173. Stufe. Eine Tür erschien. Als er sie öffnete, sah er – nichts. Nur Leere. Die Zeit vor der Zeit.
Da sprach eine geheimnisvolle Stimme: „Du kannst hier bleiben und alles neu schreiben … oder "Du kehrst zurück – mit allem, was du gelernt hast.“
Matteo antwortete fest: „Ich werde zurückkehren – mit meinem Wissen.“
Er ging die Treppe hinunter. Auf jedem Stockwerk sah er die Szenen noch einmal – doch diesmal verstand er sie besser.
Als er ganz unten ankam, war es wieder Nacht – aber nicht dieselbe Nacht. Zehn Tage sind vergangen.
Er lief nach Hause und fand seine Mutter gestresst und besorgt. Als Matteo sie sah, umarmte er sie fest. Dann erzählte er ihr alles, was er erlebt und gelernt hatte – über die Vergangenheit, die Stadt und wie wichtig Familie ist. Er hat auch allen anderen Leuten in Bad Homburg erzählt, was er erlebt hatte. Wenn er nicht gestorben ist dann lebt noch heute
Ende