Bad Homburg v. d. Höhe. Ein leises Klacken hallt über den Spielplatz. Zwei silberne Kugeln stoßen aneinander, ein kurzer Moment gespannter Stille – dann ein zufriedenes Lächeln bei Oberbürgermeister Alexander Hetjes. Seine Boulekugel liegt am nächsten zum Schweinchen.
Auf dem Spielplatz am Untertor wurde jetzt der neue und wunderschöner Bouleplatz angelegt. OB Hetjes und Sportdezernent Dr. Oliver Jedynak haben die Anlage gemeinsam mit den Initiatoren eingeweiht. Was am vergangenen Mittwoch also mit einer Partie Boule seinen Anfang nahm, hatte übrigens vor einiger Zeit mit einer einfachen Bitte begonnen.
Im vergangenen Jahr wandte sich ein engagiertes Ehepaar, das in Bad Homburg eine Boulegruppe ins Leben gerufen hat, an den Oberbürgermeister. Ihr Wunsch: eine eigene Boulebahn in der Nähe der beiden Seniorenwohnanlagen am Untertor. Bis dahin traf sich die Gruppe im Schlosspark und nutze einen Weg im Eingangsbereich als improvisierte Spielfläche. So kam bei den wöchentlichen Treffen der Gedanke auf: Ein echter Bouleplatz wäre doch eine tolle Sache.
Nun wurde dieser Wunsch erfüllt. In direkter Nähe ist ein neuer Bouleplatz entstanden, geplant vom städtischen Produktbereich Grünflächen und gebaut von Mitarbeitenden des Betriebshofs. Auch wenn die finalen Kosten derzeit noch nicht feststehen, da die Abrechnung noch aussteht, ist das Ergebnis bereits sichtbar – und vor allem spürbar: Ein Ort der Begegnung, der Bewegung und der Gemeinschaft ist entstanden. „Es freut mich sehr, dass wir diesen Wunsch aus der Bürgerschaft aufgreifen und so schnell umsetzen konnten. Der neue Bouleplatz ist ein schönes Beispiel dafür, wie aus Engagement vor Ort konkrete Verbesserungen entstehen“, sagt Oberbürgermeister Hetjes
Die Planungen gehen dabei noch weiter. So ist vorgesehen, noch eine Sitzbank aufzustellen. Darüber hinaus sollen die vorhandenen Wipptiere erneuert und der vorhandene Pavillon instandgesetzt werden. Ziel ist es, den gesamten Bereich aufzuwerten und den Spielplatz insgesamt noch attraktiver zu gestalten. Bürgermeister Dr. Jedynak: „Der Bouleplatz ist mehr als nur eine Spielfläche – er ist ein Treffpunkt, der das Miteinander im Quartier stärkt.“
Bei der Umsetzung des Bouleplatzes wurde auch fachlicher Rat eingeholt. In Abstimmung mit dem 1. Vorsitzenden des Pétanque Club Kriftel e.V. konnten wichtige Details geklärt werden – unter anderem die erforderliche Mindestgröße von 12 x 3 Metern.
Auch in der Gestaltung wurde bewusst pragmatisch entschieden: Eine Einfassung ist nicht zwingend erforderlich, dennoch wurde ein ebenerdiger Kantenstein gesetzt – so bleibt das Spiel flüssig, denn die Kugeln können problemlos aus dem Feld herausrollen. Auf farbliche Markierungen wurde verzichtet.
Im Zuge der Bauarbeiten wurde zudem ein Sinkkasten verlegt. Die bestehende Wippe konnte erhalten bleiben, da sie den notwendigen Sicherheitsabstand zum Spielfeld einhält. Der Platz selbst wurde solide aufgebaut: Eine sogenannte Sauberkeitsschicht bildet die Grundlage, darauf folgt eine Schottertragschicht, die schließlich mit einer HanseGrand-Wegedecke versehen wurde. Durch gezielte Beregnung wurde diese Oberfläche verdichtet und sorgt nun für optimale Spielbedingungen.
So ist aus einer Idee und einer Anfrage ein neuer Treffpunkt entstanden – einer, an dem nicht nur Kugeln rollen, sondern auch Gespräche, Begegnungen und ein Stück Lebensfreude ihren Platz finden. Bei der engagierten Boulegruppe kam die schnelle Umsetzung gut an. „Wir haben uns riesig gefreut, dass unser Anliegen so offen aufgenommen wurde. Jetzt haben wir endlich einen richtigen Platz – und noch mehr Lust, jede Woche zusammenzukommen“, hieß es unisono.