Bad Homburg v. d. Höhe. Mit der erstmaligen Verleihung des Preises für Zivilcourage und Menschlichkeit hat der Jugendbeirat der Stadt Bad Homburg ein neues Zeichen für Mut, Verantwortung und gesellschaftlichen Zusammenhalt gesetzt. Im Rahmen einer Feierstunde in der Villa Wertheimber zeichnete der Jugendbeirat Menschen aus, die sich in besonderer Weise für ihre Mitmenschen eingesetzt haben. Stellvertretend für alle Nominierten wurde Vincent Aaron Glückler als erster Preisträger ausgezeichnet.
Der Preis wurde auf Initiative des Bad Homburger Bürgers Christian Sahr ins Leben gerufen und gemeinsam mit dem 6. Jugendbeirat als Pilotprojekt entwickelt. Von der Konzeption des Nominierungsverfahrens über die Erarbeitung der Bewertungskriterien bis hin zur Auswahl des Preisträgers lag die Verantwortung maßgeblich bei den Mitgliedern des Jugendbeirats. Ziel des Projekts ist es, Menschen sichtbar zu machen, die im Alltag Verantwortung übernehmen und damit andere zum Hinschauen und Handeln ermutigen.
Stadtrat und Sozialdezernent Tobias Ottaviani, Schirmherr des Preises, betonte die Bedeutung des Projekts: „Zivilcourage beginnt oft im Kleinen – dort, wo Menschen nicht wegsehen, Verantwortung übernehmen und anderen beistehen. Mit dem Preis möchten wir diejenigen sichtbar machen, die durch ihr Handeln unsere Gesellschaft stärken und ein Vorbild für andere sind. Besonders freut mich, dass der Jugendbeirat dieses Projekt mit großem Engagement umgesetzt und damit selbst Verantwortung für unsere Stadt übernommen hat.“
Mit einem Impulsvortrag bereicherte auch Markus Hahn, Leiter der Polizeistation Bad Homburg, die Preisverleihung. Er hob hervor, dass Zivilcourage viele Formen haben kann und nicht immer unmittelbares Eingreifen bedeutet. Oft sei bereits das Verständigen der Polizei oder das Hinzuziehen weiterer Personen ein wichtiger Beitrag, um Menschen in Not zu helfen und Verantwortung zu übernehmen.
Über die digitale Bürgerbeteiligungsplattform seid-dabei.de konnten Bürgerinnen und Bürger Menschen oder Initiativen nominieren, die durch Zivilcourage oder besonderes menschliches Engagement aufgefallen waren. Innerhalb des vierwöchigen Nominierungszeitraums gingen insgesamt acht Vorschläge ein. Die Bandbreite reichte von mutigen Erste-Hilfe-Einsätzen über den Einsatz gegen Mobbing und Diskriminierung bis hin zu couragiertem Handeln in lebensbedrohlichen Situationen.
Alle Nominierten wurden im Rahmen der Preisverleihung persönlich geehrt. Damit machte der Jugendbeirat deutlich, dass jede einzelne Tat ein wichtiges Zeichen für Menschlichkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt setzt.
Aram Hovhannisyan, stellvertretender Vorsitzender des 6. Jugendbeirats, sagte: „Zivilcourage ist kein Ausnahmeverhalten für Extremsituationen, sondern der tägliche Stresstest unserer Demokratie. Sie entscheidet sich nicht dort, wo alle hinschauen, sondern dort, wo viele bewusst wegsehen. Genau deshalb ist dieser Preis ein starkes Zeichen für gesellschaftlichen Mut und Zusammenhalt.“
Der erste Preis ging an Vincent Aaron Glückler. Er griff beim Bad Homburger Laternenfest ein, als eine junge Frau von einem Mann belästigt wurde. Um die Situation zu entschärfen, stellte er sich schützend zwischen die beiden und wurde dabei selbst schwer verletzt. Mit seinem mutigen Handeln und der Bereitschaft, persönliche Risiken in Kauf zu nehmen, steht er beispielhaft für den Gedanken des Preises. Die Laudatio hielt Vincent Boché, Vorstandsmitglied des 6. Jugendbeirats. Er würdigte dabei insbesondere den Mut des Preisträgers, in einer Gefahrensituation Verantwortung für einen anderen Menschen übernommen zu haben, obwohl dies für ihn selbst schwerwiegende Folgen hatte.
Initiator und Stifter Christian Sahr zog nach der ersten Preisverleihung ein positives Fazit: „Die Idee hinter dem Preis war von Anfang an, Menschen zu würdigen, die nicht wegsehen, sondern handeln. Besonders freut mich, dass der Jugendbeirat die Idee mit großem Engagement aufgenommen und weiterentwickelt hat. So ist ein Projekt entstanden, das hoffentlich viele Jahre Menschen ermutigt, Verantwortung für andere zu übernehmen.“
Der Preisträger steht stellvertretend für alle Menschen, die durch ihr Handeln Zivilcourage und Menschlichkeit beweisen. Ein weiterer Bestandteil der Auszeichnung folgt in den kommenden Wochen: Im Rahmen einer Baumwidmung erhält der „Baum für Zivilcourage und Menschlichkeit“ sein erstes Jahresschild. Als erster Preisträger wird Vincent Aaron Glückler stellvertretend für alle künftigen Preisträger mit dem Schild des Jahres 2026 geehrt. Die Baumwidmung findet im Rahmen eines gesonderten Termins statt, an dem der Preisträger teilnehmen wird. Über Ort und Zeitpunkt informiert die Stadt Bad Homburg rechtzeitig.
Mit der erfolgreichen Premiere hat der Jugendbeirat gezeigt, wie junge Menschen gesellschaftliche Themen aktiv aufgreifen und Verantwortung übernehmen. Der Preis für Zivilcourage und Menschlichkeit könnte künftig regelmäßig verliehen werden und Menschen würdigen, die durch Mut, Mitmenschlichkeit und Zivilcourage das Zusammenleben in Bad Homburg stärken.