"Hurra! Ich habe die Stelle als Geiger im Kurorchester bekommen. Wir haben viele Auftritte. Wir spielen dreimal am Tag. Morgens spielen wir an den Quellen. Nachmittags spielen wir im Kurgarten. Abends spielen wir im Kurhaus. Am Montag spielen wir nicht. Da haben wir frei. Die neue Kur-AG hat fünf große Sinfoniekonzerte geplant. Künstler und Musiker von anderen Orten sollen auch kommen. Unser Kurdirektor heißt Ferdinand Meister. Er war früher Kapellmeister bei Orchestern. Er war auch Hofkapellmeister beim Fürsten zu Schaumburg-Lippe. Der Fürst hat ihm den Titel Hofrat gegeben. Herr Meister hat viele Kontakte zur Musikszene in Deutschland. Diese Kontakte nutzt er für Bad Homburg. Das erste Konzert, bei dem ich mitspiele, ist bei der Eröffnung des neuen Kurhauses. Das ist am 12. April 1924. Einen Tag später ist die „Mittelrheinische Studiengesellschaft für Klimatologie und Balneologie“ da. Wir geben ein Festkonzert zur Begrüßung. Im Juni kommt der Verband Deutscher Konzertagenturen ins Kurhaus. Unser Kurdirektor hat den Verband eingeladen. Die Mitglieder sehen, wie schön es in Bad Homburg ist. Sie sehen auch, wie gut das Kurhaus für Musikveranstaltungen ist. Bestimmt buchen sie das Kurhaus für Konzerte. Bitte entschuldigen Sie mich jetzt. Ich muss nach Hause und üben. Nächste Woche spielen wir Lieder von Bad Homburger Komponisten. Einer der Komponisten ist Paul Grützner. Er spielt seit vielen Jahren im Kurensemble. Er hat Lieder wie „Schön Homburg“ und „Mein Taunusland“ geschrieben. Albert Parlow hat den „Homburger Sprudel-Galopp“ komponiert. Ich bin gespannt, wie die Lieder klingen."