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Geschichte am Wegesrand | © Stadtarchiv Bad Homburg v. d. Höhe
25.04.26

Geschichte am Wegesrand

Die keltischen Ringwallanlagen Bleibeskopf, Altkönig und Heidetränk-Oppidum

40. Wanderung der Reihe „Geschichte am Wegesrand“: Die keltischen Ringwallanlagen Bleibeskopf, Altkönig und Heidetränk-Oppidum

Ortsgeschichtliche Wanderung mit Andreas Mengel

Routenverlauf:
Gotisches Haus – Elisabethenschneise – Hirschgarten – Bleibeskopf – Adelheidsweg – Goldgrubenfelsen – Heidetränk-Oppidum – Archäologischer Rundwanderweg (Teilstück) – Kanonenstraße – Heidetränktal – Weiße Mauer – Altkönig – Fuchstanz – Tillmannsweg – Sandplacken – Elisabethenschneise – Gotisches Haus

Samstag, 25.04.2026, 8.00 Uhr. Treffpunkt: Gotisches Haus (Bushaltestelle)

Länge: ca. 26 km; Höhenmeter: ca. 750 m

Tourencharakter: Abwechslungsreiche, mittelschwere Wald-Wanderung mit teils kräftigen Anstiegen, felsigen Passagen (Trittsicherheit erforderlich) und zahlreichen Fernblicken 

 

Auf den dem Taunuskamm vorgelagerten Höhen zeigen sich noch heute unübersehbare frühgeschichtliche Spuren in Gestalt der überkommenen Reste von drei keltischen Ringwallanlagen. Die Tageswanderung führt zunächst zum ältesten Glied dieser Kette, dem kleinen Ringwall auf dem Bleibeskopf (480 m) – einer Befestigung der ausgehenden Bronzezeit (9./8. Jahrhundert v. Chr.). Auf dem Adelheidsweg geht es dann weiter zur Oberkante des Goldgrubenfelsens, wo der von der Hohemark kommende – gut vier Kilometer lange und mit Informationstafeln versehene – archäologische Rundwanderweg erreicht wird. Durch das hier befindliche nordöstliche Zangentor des Heidetränk-Oppidums – einer keltischen Höhensiedlung, die sich über die beiden Bergkuppen „Altenhöfe“ (575 m) und „Goldgrube“ (492 m) westlich und östlich des Heidetränkbaches auf einer Fläche von rund 130 Hektar ausdehnte und ihre Blütezeit im 3. und 2. Jahrhundert v. Chr. erlebte – betritt man das Innere der Anlage, die von einer insgesamt etwa 10 Kilometer langen Wehrmauer umschlossen war. Nach einem Zwischenstopp an der „Weißen Mauer“ erfolgt schließlich der Aufstieg zum knapp 800 Meter hohen Altkönig. Hierbei handelt es sich um die wohl eindrucksvollste keltische Befestigungsanlage im Taunus – möglicherweise sogar um einen Fürstensitz ähnlich dem Glauberg in der Wetterau. Die mächtigen Steinwälle der in die Frühphase der Latènezeit (5./4. Jahrhundert v. Chr.) errichteten und besiedelten Anlage hatten eine Höhe von 4 bis 6 Metern und waren ebenso breit. Das Areal auf der Hochfläche besaß eine Ausdehnung von 15 Hektar.

Der Rückweg erfolgt vorbei am Fuchstanz und auf dem Tillmannsweg zum Sandplacken. Über die Elisabethenschneise wird dann der Ausgangspunkt erreicht. Die Teilnahme an dieser Veranstaltung ist kostenfrei, eine vorherige Anmeldung unter der angegebenen Telefonnummer bzw. E-Mail-Adresse jedoch aus organisatorischen Gründen erforderlich. Festes Schuhwerk wird empfohlen. Für die Rasten unter freiem Himmel sollten die Teilnehmer eine kleine Rucksackverpflegung und ausreichende Trinkvorräte bereithalten. Die Rückkehr am Gotischen Haus erfolgt gegen 18:00 Uhr.

Datum

Samstag, 25.04.26 -

Beginn um 08:00 Uhr

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Eintritt

Eintritt frei

Adresse
Gotische Allee 1
61350 Bad Homburg v. d. Höhe
Veranstalter
Stadtarchiv in der Villa Wertheimber
Tannenwaldallee 50
61348 Bad Homburg

Veranstaltungsort
Gotisches Haus

Das Gotische Haus ist ein 1823 im Auftrag der Landgräfin Elizabeth für ihren Mann, Landgraf Friedrich VI. Joseph, errichtetes Jagdschlösschen am Großen Tannenwald. Es hat, nach dem Tod des Landgrafen im Jahr 1829, seine Funktion nie aufnehmen können und diente fortan den unterschiedlichsten Zwecken. Seine Architektur wurde mehrfach der sich ändernden Nutzung angepasst, bis es nach einem Brand im Inneren völlig zerstört wurde. Nach einer ersten Sanierung in den 1980er Jahren wurde es im Äußeren der ursprünglichen Form weitestgehend angeglichen. Im Inneren hatte das Feuer alles zerstört. Ein mehrgeschossiger Beton- und Mauerbau ersetzte die einstig eingeschossigen Räumlichkeiten, die in viele gesonderten Räume unterteilt wurden.

1985 zog hier das 1916 gegründete Städtische historische Museum ein. Im Mittelpunkt seiner Präsentationen standen die Sammlungen zur Stadt- und Landesgeschichte Hessen-Homburgs sowie die Exponate der Kur- und Kulturgeschichte der Stadt Bad Homburg. Sonderbereiche waren ein Münzkabinett, die „Marienbader Stube“ und das sogenannte „Hutmuseum“.  

2020 wurde mit einer erneuten Sanierung des Gotischen Hauses begonnen. Es wurde mit einem zusätzlichen Treppenhaus ausgestattet, technisch auf den neuesten Stand gebracht und klimaneutral gemacht.

Während der Sanierung blieben 40 000 Objekte der Sammlung vorübergehend im „Schaudepot im Horex Museum“ Interessierten jederzeit zugänglich. Bis dahin wurden im 2012 eröffneten Horex Museum die industriegeschichtlichen Objekte unserer Sammlung, insbesondere zur Mobilitätsgeschichte, ausgestellt.  

Die Sanierung des Gotischen Hauses geht zu Ende. 2025 wird das Museum wiedereröffnet. Seine Fassade zeigt sich in der historischen Formensprache der im 19. JahrhundertTudor-Gotik, einzigartig auf dem europäischen Festland, dessen „Gotische Häuser“ in englischen Landschaftsgärten (s. Puschkin, Pulawy oder das Gartenreich Dessau-Wörlitz) die Architektur der deutschen Gotik, teils mit anderen Stilen kombiniert, zitieren.

Damit entspricht die Fassadengestaltung unseres Gotischen Hauses und die Wegeführung wieder den ursprünglichen Plänen der Landgräfin Elizabeth. Sein Inneres bleibt ein funktionaler Bau dessen neueste Museumstechnik helfen wird, die kostbaren und oft sehr fragilen Objekte, ausgeführt in unterschiedlichsten Materialien, auch für künftige Generationen zu erhalten.  

Alle Sammlungsbereiche werden nach der Eröffnung des Museums Gotisches Haus, in regelmäßig wechselnden Präsentationsformen, ausgestellt. Sonderausstellungen werden die einzelnen Sammlungsgebiete vertiefend darstellen.

Museum Gotisches Haus von Oben | © Norbert MiguletzMuseum Gotisches Haus von Oben | © Norbert Miguletz
Adresse
Gotisches Haus
Gotische Allee 1
61350 Bad Homburg v. d. Höhe

Umgebung