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10.04.2019

In neuem Licht - Das Frühwerk von Carl Stolz

Bad Homburg. Carl Stolz (1894–1978) zählt zu den bekanntesten Malern der Kurstadt. Jeder Kunstinteressierte kennt seine Ansichten der Stadt Bad Homburg und des Taunus. In zahlreichen Privatsammlungen hängen zudem Porträts, die seine künstlerische Handschrift tragen. Jetzt stellt eine Ausstellung im Gotischen Haus vom 7. April bis zum 7. Juli 2019 das Frühwerk des Malers vor, mit dem er den Taunus, die Menschen, Bad Homburg und das Kurleben in der Weimarer Republik auf die Leinwand bannte.
In der städtischen Kunstsammlung sind viele seiner Werke vertreten. Beinah 70 Jahre lebte und arbeitete der Künstler Carl Stolz in Bad Homburg. In dieser Zeit gründete er den Künstlerbund Taunus (1948), dessen Vorsitzender er auch war – und nahm damit Einfluss auf die Kunstszene der Stadt und durch seine Ausstellungen auch darüber hinaus.

Der Wunsch seiner Nachkommen, Werke seines Nachlasses dem Städtischen historischen Museum Bad Homburg zu übereignen, ermöglichte im vergangenen Jahr einen völlig neuen Blick auf das Werk des Künstlers. Zwei bis dahin in privaten Räumen der Familie Stolz hängende Arbeiten - „Die vier Lebensalter“ und ein frühes Selbstbildnis - führten zu einer ersten Auseinandersetzung mit seinem Frühwerk.

Als Schüler der Großherzoglich Sächsischen Hochschule für Bildende Kunst in Weimar hat Stolz zwischen 1913 und 1920 gravierende gesellschaftliche und künstlerische Umbrüche miterlebt. Im letzten Kriegsjahr (1917–1918) diente er in Straßburg und war dort der Katastrophe der Westfront nahe. Zu diesen existentiellen Erlebnissen kam nach seiner Rückkehr nach Weimar die rigorose Wandlung in der künstlerischen Ausbildung hinzu. Sein letztes Ausbildungsjahr fiel zusammen mit der Reform der Weimarer Kunstinstitutionen, die von Walter Gropius in das Staatliche Bauhaus umgewandelt wurden.

Diese Erlebnisse und insbesondere die Neuausrichtung seiner Hochschule schienen alles bis dahin Erlernte in den Hintergrund rücken zu wollen. Wie auch andere Künstler, die damals ihr Kunststudium beendeten, musste Carl Stolz nicht nur um seine Existenz, sondern auch um die Berechtigung zur Malerei kämpfen. Seine Komposition der großformatigen Allegorie „Die vier Lebensalter“ ist gleichsam als Gegenposition zur künstlerischen Avantgarde zu verstehen. Zusammen mit dem frühen Selbstporträt zeigt es ihn als selbstbewussten Vertreter der Weimarer Malerschule.

Vor diesem Hintergrund und der glücklichen privaten Situation – insbesondere der Geburt seiner Kinder – öffnete er sich einem späten impressionistischen Malstil und wandte sich damit Themen zu, wie sie einer seiner berühmten Schüler-Vorgänger in Weimar, Max Liebermann (1847–1935), als Antwort auf die Erfolge der Fotografie bevorzugte. Beide Künstler standen in der Tradition des französischen Impressionismus.

Im Jahr des Bauhaus-Jubiläums möchte die Ausstellung im Gotischen Haus mit ausgewählten, frühen Arbeiten von Carl Stolz einen Aspekt hinzufügen: Die Betrachtung einer Künstlerbiografie, die an der renommierten Kunsthochschule in Weimar begann, anschließend um ihre künstlerische Berechtigung rang und schließlich in Zeiten der NS-Kulturpolitik ihre künstlerisch-gestaltenden Ziele verlor. Das Frühwerk von Carl Stolz steht dabei stellvertretend für das der „verlorenen Künstlergeneration“.
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