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Rundwanderweg Kurlandschaft

Rundwanderweg Kurlandschaft

Ein fester Bestandteil des Angebotes, das Kurstädte im 19. Jahrhundert vorhielten, war eine speziell für Kurgäste und Touristen gestaltete Kurlandschaft. In Bad Homburg standen den Spaziergängern neben den Kuranlagen zunächst die Landgräflichen Gärten entlang der Tannenwaldallee zur Verfügung. Ab 1860 legte dann der Verschönerungs-Verein neue Wege an, die direkt aus dem Kurpark heraus in den Hardtwald und weiter in den Taunus führten. Nur wenige Jahre später, 1868, ging zudem der Taunusklub aus dem „Bund der Feldberg-Läufer“ hervor; er war für die Erschließung des Taunus von großer Bedeutung. Die Wege wurden dann mehr und mehr mit Ruhebänken und Schutzhütten ausgestattet, auf den Taunushöhen errichtete man Aussichtstürme, das Römerkastell Saalburg wurde touristisch erschlossen und war sogar durch eine Straßenbahn erreichbar. Es bildete sich eine Kurlandschaft, die vom Kurpark aus über den Hardtwald, den Rotlaufweg hinauf zur Gickelsburg und zum Fröhlichen Mannskopf führte. Über die Saalburg ging es wieder zurück über den Herzbergturm, den Marmorstein, vorbei am Elisabethenstein, dem Hirschgarten und dem Forstgarten zum Gotischen Haus. Von dort konnten die Wanderer über die Tannenwaldallee und den Schlosspark direkt in die Stadt zurückkehren oder den Weg noch am Gustavsgarten und am Kleinen Tannenwald für eine kleine Erfrischung unterbrechen. Viele Stationen entlang der Wege boten grandiose Aussichten, da der Taunus aufgrund von Übernutzungen im 19. Jahrhundert kaum bewaldet war.

Infos nach oben

Sie erhalten die Wanderkarte mit allen Infos im Stadtladen, beim Stadtarchiv sowie in der Touristeninformation im Kurhaus.

Der Wanderweg auf einen Blick nach oben

Der Rundwanderweg „Kurlandschaft“ kann in beide Richtungen gewandert werden, jedoch empfiehlt sich der Beginn vom historischen Kurpark über den Hardtwald. 

Dabei ist der Weg in vier Abschnitte teilbar, deren Ausgangspunkte mit Stadtbuslinien erreichbar sind:
1. Vom Kurpark zum Waldfriedhof (2,3 km)
2. Vom Waldfriedhof zum Römerkastell Saalburg (5,7 km)
3. Vom Römerkastell Saalburg zum Gotischen Haus (11,1 km)
4. Vom Gotischen Haus zum Kurpark (3,6 km)

Gerade im 1. und im 3. Abschnitt ist mit starken Steigungen zu rechnen, die Wege sind z.T. kleinere Wanderwege, z.T. gut ausgebaute Forstwege. Den gesamten Rundwanderweg entlang folgt man dem Zeichen rechts.

1 - Historischer Kurpark nach oben

Den Ursprung des Kurparks bildet der Quellenbereich entlang der in den 1830er Jahren angelegten Brunnenallee. Sie verband zunächst den Elisabethen- mit dem Ludwigsbrunnen, später kamen fünf weitere Quellen hinzu, deren Mineralwässer auch heute noch entlang der Brunnenallee getrunken werden können. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts gestaltete der berühmte preußische Gartenkünstler Peter Joseph Lenné im Wiesental zwischen der Brunnenallee und der Promenade (ab 1888 Kaiser-Friedrich-Promenade) einen Kurpark, in den sich bis heute die wichtigsten Kurgebäude harmonisch einfügen. Weitere Infos finden Sie hier.

2 - Sülzertalweg / Lindenallee nach oben

Vom Kurpark aus gelangt man über den 1876-1879 angelegten Sülzertalweg in den Hardtwald. Der heutige Zugang wurde erst in den 1970er Jahren geschaffen, als der ursprüngliche Weg durch Gebietstausch in den Besitz des Industriellen Werner Reimers gelangte. Seit 2015 hat die aus seinem Vermögen hervorgegangene Werner Reimers Stiftung den alten Zugang wiederhergestellt; er ist durch Tore gesichert, doch tagsüber ist der Durchgang gestattet.

3 - Waldfriedhof nach oben

In den Jahren 1918-1920 angelegt, ist der Waldfriedhof der jüngste der Bad Homburger Friedhöfe.

Buslinie: Bad Homburger Stadtbus Linie 3, Regionalbus Linie 54

4 - Pelagiusplatz nach oben

Von dem auf 360 m ü. NN gelegenen Pelagiusplatz hat man bis heute einen wunderbaren Blick nach Bad Homburg und in die Mainebene. Der Name geht möglicherweise zurück auf eine Pelagius-Wandergesellschaft, die in Homburg 1861 oder 1863 gegründet wurde. Doch auch die ebenfalls in dieser Zeit gegründete „Samstagsgesellschaft“ soll ihn genutzt und gepflegt haben. Es wird berichtet, dass alljährlich am Tag des heiligen Pelagius Wanderungen zum Aussichtspunkt stattfanden. Ab den 1880er Jahren übernahm dann der Taunusklub die Pflege des Platzes. Sogleich wurde die Sicht gen Homburg freigelegt und man errichtete Tische und Bänke sowie eine Schutzhütte.

"Wir wollen an dieser Stelle noch den „Pelagiusplatz“ als herrlichen Aussichtspunkt erwähnen, der nicht ganz auf der Höhe des Gebirges liegend, von der Saalburg aus nach kurzem Marsche zu erreichen ist. Auf dem nicht großen, aber mitten im Wald romantisch gelegenen Platze hat der Homburger Taunusklub erst in den jüngsten Jahren durch Lichten des Waldes die Aussicht wiederherstellen lassen." (Städtebilder und Landschaften aus aller Welt: Bad Homburg vor der Höhe, Zürich 1888, S. 74)

5 - Fröhlicher Mannskopf nach oben

Mit einer Höhe von rund 470 m ü. NN und seiner Lage in der Nähe der Saalburg war der Fröhliche Mannskopf ein beliebtes Ausflugsziel der Kurgäste. Ab 1900 konnte er von der Endstation der Saalburgbahn aus bequem erreicht werden. Schon 1861 hatte der Homburger „Verschönerungs- Verein“ einen Fuß- und Fahrweg von der Saalburg zum Fröhlichen Mannskopf angelegt und eine kleine „Schaubühne“ auf dem Gipfel errichtet. 1912 wurde diese durch einen hölzernen Aussichtsturm ersetzt. Dieser bot einen Blick auf Homburg, die Saalburg und zum Herzbergturm.

 

"In der Nähe (der Saalburg) liegt der „fröhliche Mannskopf“, der mit einem Aussichtshäuschen (Belvedere) versehen ist, von welchem man einen weiten Blick in den nördlichen und südlichen Taunus hat. Der Förster unternimmt die Führung dorthin." (Fremdenführer für Homburg v.d.Höhe und seine Umgebung, herausgegeben vom Homburger Kurverein, Homburg 1871, S. 27)

6 - Römerkastell Saalburg nach oben

Schon in den 1830er Jahren empfahlen die Stadtführer den Homburger Kurgästen einen Ausflug zur Saalburg, wie das Kastell genannt wurde, mit dem die Römer vor fast 2000 Jahren auf dem Taunuskamm die Grenze des Römischen Reiches schützten. Waren anfangs nicht mehr als ein paar Erdhügel zu besichtigen, so änderte sich das mit den großangelegten Ausgrabungen ab 1840 rasant, und nach wenigen Jahren konnte man Grundmauern erklimmen.

Kaiser Wilhelm I. förderte in den 1880er Jahren die Ausgrabungen mit namhaften Beträgen. Seinen Höhepunkt erreichte das kaiserliche Engagement jedoch erst 1897, als Wilhelm II. beschloss, das Kastell wieder aufzubauen. Die feierliche Grundsteinlegung dazu erfolgte im Jahr 1900. Die Saalburg ist heute Teil des UNESCO-Weltkulturerbes „Grenzen des Römischen Reiches – obergermanisch-rätischer Limes“.

1900 wurde eine Straßenbahnlinie errichtet, so dass auch „Wandermuffel“ bequem zum Kastell herauffahren konnten. Von nun an wurde die Saalburg zum „merkwürdigste(n) und besuchteste(n) Punkt in der Homburger Umgegend“ (Fritz Schick, Homburg und Umgegend ... Homburg, 18. Aufl. 1891, S. 62) Das Wartehäuschen der Saalburgbahn ist übrigens noch erhalten. Es liegt etwas unterhalb des Landgasthofs und wird heute vom Bienenzuchtverein Obertaunus e.V. als Belegstelle genutzt. Auch heute ist die Saalburg mit ihrem Museum und der als archäologischer Park gestalteten Anlage ein beliebtes Ausflugsziel.

"Am 17. Juni 1904 wurde an dieser Stelle das erste internationale Automobilrennen auf deutschem Boden gestartet: Das 5. Gordon Bennett Rennen. [...] Die Tribüne hier am Start und Ziel bot Platz für 2500 Personen. Unter den Rängen befanden sich ein Postamt, Salons und ein Restaurant. Auf der rechten Seite war die Loge, von der aus Kaiser Wilhelm II. das Rennen verfolgte." (Gedenkstein zum Gordon-Bennett-Rennen am Parkplatz der Saalburg)

Weitere Informationen: www.saalburgmuseum.de
Buslinie: Bad Homburger Stadtbus Linie 5
Einkehrmöglichkeit: Landgasthof Saalburg www.landgasthof-saalburg.de

7 - Herzberg / Herzbergturm nach oben

Der Herzberg ist mit 591,4 m ü. NN der Hausberg Bad Homburgs und wurde seit den 1870er Jahren für Kurgäste erschlossen. 1878 wurde ein 18 m hoher Holzturm errichtet. Die Gründung des eigenständigen Homburger Taunusklubs 1885 war mit dem Ziel verbunden, den Holzturm durch einen massiven Steinbau zu ersetzen. Doch man musste noch 25 Jahre warten, bis die erforderlichen Mittel zusammengekommen waren. Am 12. April 1910 unterzeichnete Kaiser Wilhelm II. den Entwurf für einen Turm, den die Homburger Baumeister Louis Jacobi und Heinrich Föller nach dem Muster eines römischen Wachtturms geplant hatten. Ein gutes Jahr später, am 30. Juli 1911, wurde der Turm feierlich eröffnet. Der Aussichtsturm ist im Original erhalten und wurde 2008 grundlegend saniert.

Hinter dem Marmorstein erhebt sich der majestätische Herzberg. Ein hoher, zwei Stockwerke bildender Aussichtsthurm krönt seinen Gipfel und gestattet dem Auge einen Blick auf die dichten Waldungen, welche sich bis an den Thurm heranziehen, über diese hinaus in die weite Landschaft und rückwärts in die Thäler und Schluchten des Hochtaunus. Den Gipfel des Herzbergs verbindet ein von natürlichen Steinen begrenzter Pfad mit einem etwas tiefer gelegen freien Platz bis zu welchem mehrere Fahrwege leiten und der in bauschigen Baumgruppen zum Verweilen einladet. (Städtebilder und Landschaften aus aller Welt: Bad Homburg vor der Höhe, Zürich 1888, S. 70f.)</p>

Einkehrmöglichkeit: Gasthof Herzberg
www.gasthofherzberg.de

8 - Marmorstein nach oben

Die Felsgruppen des 444 m hohen Marmorsteins stürzen den zerklüfteten Hang zum König-Wilhelmsweg hinunter und sind an vielen Stellen mit alten, knorrigen Eichen durchsetzt. Die Herkunft des Namens dieser Felsgruppe ist unklar; heute führt man ihn oft auf die marmorartige Maserung des Quarzitgesteins zurück. 1862/63 hatte der „Verschönerungs-Verein“ mit der Anlegung von Fußwegen zum Marmorstein begonnen, in den folgenden Jahren kam eine Schutzhütte mit Tischen und Bänken hinzu, sodass der Fels bald zu einem beliebten Ausflugsziel wandernder Kurgäste wurde. Seitdem galt der Marmorstein mit seiner prächtigen Aussicht als „eine der schönsten Stellen im Gebirge“ (Fritz Schick, Homburg und Umgegend ... Homburg, 18. Aufl. 1891, S. 61). Die Felsengruppe Marmorstein ist als Naturdenkmal geschützt.

"Ungefähr in der Mitte des „König-Wilhelmswegs“ führt ein vielfach gewundener Fusspfad nach dem „Marmorstein“: mächtige, überaus malerisch gruppierte Quarzfelsen. Man kann die Felsblöcke, welche ihre moosbedeckten Häupter aus dem Gebüsche hervorrecken, leicht erklimmen und hat dann eine überraschende Fernsicht. Auf der Höhe des Marmorstein, der auch durch einen Fahrweg mit dem „König-Wilhelmsweg“ verbunden ist, steht eine dichte Schutzhütte." (Städtebilder und Landschaften aus aller Welt: Bad Homburg vor der Höhe, Zürich 1888, S. 70)

9 - König-Wilhelmsweg nach oben

In enger Verbindung mit der Erschließung des Marmorsteins ist die Anlage eines Fahrweges von der Luthereiche über den Marmorstein zur Saalburg durch den Homburger „Verschönerungs- Verein“ zu sehen. Sie erfolgte 1862/63 und 1867 in zwei Etappen. 1868 erhielt der Weg „mit hoher Genehmigung des Königs Wilhelm I.“ seinen Namen. Auch an der Finanzierung hatte sich der Preußenkönig beteiligt. Der Weg war auch mit Kutschen befahrbar und bot so eine romantische Fahrmöglichkeit von der Tannenwaldallee über die Elisabethenschneise zur Saalburg.

"Diese Strasse ist unstreitig die schönste im Taunus. Sie wurde durch den Homburger Verschönerungsverein gebaut und im Jahre 1868 vollendet, gerade zu der Zeit, als König Wilhelm I. in Homburg weilte. Auf Ersuchen des Verschönerungsvereins fand sich König Wilhelm damals bereit, als erster die neue Strasse zu befahren und die Genehmigung zu ertheilen, dass dieselbe „König-Wilhelmsweg“ genannt wurde." (Städtebilder und Landschaften aus aller Welt: Bad Homburg vor der Höhe, Zürich 1888, S. 70)

10 - Luther-Eiche nach oben

Am Reformationstag 1817 wurde zum 300-jährigen Jubiläum des Anschlags der 95 Thesen Martin Luthers die Luther-Eiche gepflanzt. Da die Taunushänge zu dieser Zeit noch nicht so dicht bewaldet waren wie heute, bot das kleine Plateau, auf dem die Eiche steht, damals noch eine herrliche Aussicht über das Gotische Haus hinweg nach Homburg. Schon in den 1830er Jahren ließ man zur „Bequemlichkeit der wandelnden Badegäste“ Tische und Bänke aufstellen, ab 1860 übernahm der Verschönungs-Verein die Pflege; er ließ die Terrasse neu herrichten und ein Holzhäuschen als Schutzhütte aufstellen. Heute ist die Luther-Eiche über 20 Meter hoch, hat einen Stammumfang von 2.50 Meter und ist als Naturdenkmal geschützt. Die Aussicht ist allerdings durch den Baumbestand verstellt.

"Einem verehrlichen Publikum die ergebene Anzeige, daß ich am Himmelfahrtstage mit verschiedenen Fleischwaaren als: Cottelettes, Schinken, Cervelat- und Bratwurst, allen sonstigen Würsten und Solberfleisch, sowie auch mit gutem Aepfelwein und Bier an der Luthereiche seyn werde. J. Hildemann in Dornholzhausen." (Amts- und Intelligenz-Blatt für das Landgräflich Hessische Amt Homburg vom 1. Mai 1864, S. 282)

Landgräfliche Gartenlandschaft

Am Ende des König-Wilhelmsweges stoßen wir auf die Elisabethenschneise und damit auf die Landgräfliche Gartenlandschaft. Die Schneise mündet nach rund 1 km in die Tannenwaldallee, die schnurgerade vom Homburger Schloss zum Gotischen Haus und in den Großen Tannenwald hineinführt (nun unter dem Namen Elisabethenschneise). Entlang der Allee legten Mitglieder der landgräflichen Familie im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert Gärten an, die sich wie Perlen an einer Schnur reihen. Wie der Schlosspark standen diese Parks schon in der Frühzeit der Kur den Kurgästen für Spaziergänge offen. Weitere Informationen: www.bad-homburg.de/gartenlandschaft

11 - Elisabethenstein nach oben

Schon in den 1830er Jahren war der Elisabethenstein ein beliebter Aussichtspunkt, von dem aus Kurgäste gen Homburg schauen konnten. Die sehr viel spärlichere Bewaldung des Taunushangs ermöglichte solche Fernblicke. Ursprünglich hieß der Fels „Eschbachstein“.

Als 1822 die zentrale Achse der Landgräflichen Gartenlandschaft, die Tannenwaldallee, als Elisabethenschneise in Richtung Limes verlängert wurde, verhinderte der Felsen einen schnurgeraden Wegeverlauf. Teile wurden weggesprengt und es entstand die markante Formation, die seitdem den Namen der Landgräfin Elizabeth trägt. Seit 1938 ist der Elisabethenstein als Naturdenkmal ausgewiesen.

"An schönen Sommertagen trifft man hier immer Gesellschaften von Kurgästen an, welche sich diesen Stein zum Ziel ihrer Bergwanderungen machen. Tische und Bänke sind hier ebenfalls zur Bequemlichkeit des Publikums angebracht." (Führer durch Bad Homburg und seine Umgebungen. Ein Wegweiser für Kurfremde, 1855)

12 - Hirschgarten nach oben

1821/22 wurde auf Wunsch Landgraf Friedrichs VI. Joseph im Großen Tannenwald unterhalb des Elisabethensteins ein „Thiergarten“ angelegt.

1840 pachteten die Gründer der Spielbank, die Brüder François und Louis Blanc, den Hirschgarten, um den Kurgästen Jagdgesellschaften und Waldfeste bieten zu können. Im 1858 umgebauten Pürschhäuschen wurde eine einfache Gastwirtschaft eingerichtet. In den 1880er Jahren erfreute sich der Hirschgarten besonders bei englischen Hofgesellschaften, die im Gefolge Edwards, des Prince of Wales, in Homburg kurten, großer Beliebtheit. Bei Spielen wie dem berühmten Schubkarrenrennen ging es recht unkonventionell und lustig zu. Der Hirschgarten setzt heute die landgräfliche Tradition fort; viel von seiner ursprünglichen Gestaltung ist erhalten.

Einkehrmöglichkeit: Gasthaus am Hirschgarten www.hirschgarten-badhomburg.de

13 - Forstgarten nach oben

Der Forstgarten war im Rahmen der Landgräflichen Gartenlandschaft 1821 als Pflanzschule eingerichtet worden. Hier wurden seltene und exotische Bäume und Sträucher erprobt und vorgezogen. Mit seinen romantischen Partien am Teich und dem Borkenhäuschen, das für gesellige Waldfeste zur Verfügung stand, wurde er ein beliebtes Ziel, das in allen Führern als sehr sehenswert beschrieben wurde.

2003-2010 wurde der Forstgarten mit seinem romantischen Teich, dem Teehäuschen und den verschlungenen Wegen auf der Grundlage historischer Forschungen wiederhergestellt, sodass er sich dem Besucher heute wieder in altem Glanz darbietet.

"Der Garten enthält die freundlichsten, ganz den Umgebungen entsprechenden Anlagen; inmitten derselben blinkt der Spiegel eines Weihers und rauschende Bäche durchschlängeln sie [...]. Einen erhöhten Reiz haben die Anlagen dadurch, daß sie zugleich eine Pflanzschule sowohl der bekannteren, als auch seltener Bäume und Sträucher bilden." (Georg Schudt, Homburg und seine Umgebungen. Ein Handbuch für Fremde und Einheimische, Homburg 1864, S. 133f.)

14 - Gotisches Haus nach oben

Am Ende der Tannenwaldallee und am Eingang zum Großen Tannenwald bot das Gotische Haus, das ehemals landgräfliche Lusthaus und Jagdschlösschen, einen attraktiven Blickpunkt und die Möglichkeit zur Einkehr. Nach dem Ende der Landgrafenzeit wurde das Schlösschen königlich-preußische Försterei. Die „freundlichen Forstleute“ boten nicht nur Erfrischungen, sondern auch einen Blick ins Innere und Übernachtungsmöglichkeiten an, von denen selbst so illustre Gäste wie Stefan George 1899 Gebrauch machten. Seit 1899 konnte man sich auch mit der „Elektrischen“, der Straßenbahn, bis hierher bringen lassen und von hier aus losspazieren. Heute beherbergt das Gotische Haus das Städtische historische Museum und das Stadtarchiv.

"Einige Zimmer des großen Gebäudes sind von freundlichen Förstersleuten bewohnt, bei welchen Badegäste und Einheimische häufig einkehren, um hier ländliche Erfrischungen zu genießen. Mitunter veranstalten auch größere und geschlossene Gesellschaften hier besondere Festlichkeiten." (Georg Schudt, Homburg und seine Umgebungen, Ein Handbuch für Fremde und Einheimische, Homburg 1864, S. 133f.)

Weitere Informationen: www.bad-homburg.de/museum, www.bad-homburg.de/stadtarchiv
Buslinien: Bad Homburger Stadtbus Linie 1 und 11
Einkehrmöglichkeit: Café des Museums im Gotischen Haus

15 - Gustavsgarten nach oben

Vom Gotischen Haus aus wandten sich die Kurgäste entlang der Tannenwaldallee wieder gen Homburg und kamen dabei am Gustavsgarten vorbei.
Solange er im Besitz der landgräflichen Familie war, stand er den Besuchern offen. Ende des 19. Jahrhunderts wurde er an den Frankfurter Bankier Julius Wertheimber veräußert, der darin eine prächtige Villa im Stil der Neorenaissance errichten ließ. Der Park blieb ab diesem Zeitpunkt geschlossen. Heute ist er wieder öffentlich zugänglich, die Villa wird zukünftig das Stadtarchiv beherbergen.

16 - Kleiner Tannenwald nach oben

Das beliebteste Ziel innerhalb der Landgräflichen Gartenlandschaft war sicherlich der Kleine Tannenwald, ein besonders idyllischer Park mit einem Teich, auf dem die Kurgäste Boot fahren konnten, und einem Café. Der Kleine Tannenwald wurde in den 1770er Jahren von Landgräfin Caroline angelegt. Als ihre Schwiegertochter, Landgräfin Elizabeth, den Park 1822 übernahm, gestaltete sie ihn behutsam um und ließ eine kleine Musterfarm mit Cottage und Meierei errichten. In den Jahren 2007-2010 wurden große Teile des Kleinen Tannenwaldes nach Plänen von 1866 wiederhergestellt, sodass man ihn heute so erleben kann wie die Kurgäste vor 150 Jahren.

"Dies ist unstreitig die schönste Parthie um ganz Homburg. Beim Eintritt in dieselbe kömmt man durch einen duftenden, mit belaubten Gängen umgebenden Blumengarten; gleich hinter demselben ist ein runder See, aus dessen Wasser sich eine Insel erhebt, zu der eine Brücke führt und die ringsherum mit einer Tempel-Colonade umgeben ist, zwischen deren weißen Säulen duftende Rosen- und Jasmingebüsche sich, mit Efeu vermischt, hinauf winden. [...] Unbeschreiblich ist der Eindruck, den der Eintritt auf diese Insel auf jedes gefühlvolle Herz macht." (Zwölf Ansichten der Residenz und Cur-Stadt Homburg vor der Höhe und ihrer Umgebungen, Nach der Natur gezeichnet von J.J. Tanner mit beschreibendem Text von C. Strahlheim, Frankfurt a. M. 1838, S.13)

17 - Schloss und Schlosspark nach oben

Oberhalb eines romantischen Parks erhebt sich das Bad Homburger Schloss mit seinem markanten Weißen Turm.

Der mittelalterliche Bergfried in Butterfassform stammt aus dem 13. Jahrhundert und zählt zu den ältesten Bauwerken Bad Homburgs. Als Residenz der Landgrafen von Hessen- Homburg standen das Bad Homburger Schloss und sein Park den Kurgästen zur Besichtigung offen. Nach Übernahme der Herrschaft durch den preußischen König 1866 nutzten die Hohenzollern das Schloss als Sommerresidenz.

Weitere Informationen: www.schloesser-hessen.de
Einkehrmöglichkeit: Schlosscafé www.badhomburg-schlosscafe.de

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