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07.01.2019

Sortenerfassung Kirdorfer Feld

Das Kirdorfer Feld in Bad Homburg ist nicht nur ein herrlicher Rückzugsraum für Erholungssuchende, sondern auch ein wahres Paradies der Artenvielfalt, das im Rhein-Main-Gebiet seinesgleichen sucht. Das haben jetzt zwei Experten der Obstbaukunde festgestellt. Die Pomologen Werner Nussbaum und Hermann Schreiweis waren zusammen mit einigen Helfern im September 2018 im Auftrag der Stadt im Feld unterwegs und haben mehr als 3.800 Bäume erfasst. Die Ergebnisse der Obstsorten-Erfassung stellt Werner Nussbaum am Montag, 21. Januar 2019, von 19 Uhr an im Bürgerhaus Kirdorf (Kleiner Saal), Stedter Weg 40, vor.
Ziel der Erfassung war, einen Überblick über die Obstarten und –sorten im Kirdorfer Feld zu gewinnen und dabei seltene und erhaltenswerte Kernobstsorten aufzuspüren. Erfasst wurden neben den Obstarten die Sorten bei Apfel und Birne sowie Alter und Pflegezustand der Bäume. Auf einer Gesamtfläche von mehr als 150 ha wurden die Bäume standortgenau digital erfasst.

In der Obstartenzusammensetzung dominiert das Kernobst (Apfel, Birne, Speierling, Mispel, Quitte) deutlich das Steinobst (Kirschen, Zwetschen, Mirabellen etc.) und Walnüsse. Der Anteil an Apfelbäumen ist dabei am größten. Insgesamt konnten 126 Apfel- und 30 Birnensorten nachgewiesen werden, darunter auch seltene Apfelsorten wie etwa der Unseldapfel, Gascoynes scharlachroter Sämling oder der Galloway Pepping. Einige seltene Sorten konnten nur als Einzelbäume nachgewiesen werden und gelten in ihrem Vorkommen als stark gefährdet.

Einem Großteil der Bäume attestierten die Experten einen guten Pflegezustand. Dies ist vor allem dem großen Engagement Einzelner, aber auch der freiwilligen Arbeit der Interessengemeinschaft Kirdorfer Feld e.V. zu verdanken, die sich seit 2006 für die Streuobstwiesen im Kirdorfer Feld einsetzt. Die Stadt Bad Homburg v. d. Höhe unterstützt Nach- und Neupflanzungen sowie deren Pflege seit vielen Jahren sowohl informativ als auch finanziell. In den vergangenen Jahren wurden vielfach Neupflanzungen vorgenommen, die nun fachgerecht gepflegt werden müssen.

Ziel der Bemühungen ist, die aktuell verfügbaren regionalen und lokalen Obstsorten zu sichern. Dafür hinaus sollen Erhaltungspflanzungen - insbesondere von den seltenen Sorten - angelegt werden, denn diese leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt.

Streuobstwiesen mit alten lokalen Obstbaumsorten haben somit nicht nur für unsere historische Kulturlandschaft und deren Attraktivität eine hohe Bedeutung, sondern tragen gleichzeitig zum Erhalt von genetischen Ressourcen und damit der Biodiversität bei.
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