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29.10.2018

Tafel erinnert an den Aufenthalt von Robert Louis Stevenson in Bad Homburg

Bad Homburg v. d. Höhe. Bad Homburgs Oberbürgermeister Alexander Hetjes hat im Rahmen einer kleinen Gedenkveranstaltung eine Erinnerungstafel an dem Haus Nr. 3 in der Kisseleffstraße enthüllt. Dort hat der Schriftsteller Robert Louis Stevenson im Alter von elf Jahren übernachtet. Stevenson begleitete seinen Vater bei dessen Kuraufenthalt. In den später erschienen Erinnerungen widmet der Autor dem Aufenthalt in Homburg erstaunlich breiten Raum.
Robert Louis Stevenson zählt zu den bekanntesten und meistgelesenen Autoren der Welt. „Die Schatzinsel“ (Treasure Island) und „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ (Strange Case of Dr. Jekyll und Mr. Hyde) gehören zum Kanon der Weltliteratur. Sein Roman „Die Schatzinsel“ wurde bislang über 20 Mal verfilmt.

Der schottische Autor hatte in seinem Leben zahlreiche Reisen unternommen, die einen wichtigen literarischen und kulturellen Beitrag zum Verstehen seiner Zeit darstellen.


Im Alter von elf Jahren hatte sich Stevenson in Homburg aufgehalten und später in seinen Erinnerungen Eindrücke und Erfahrungen über Kultur und Gesellschaft der Stadt und Landgrafschaft festgehalten. Stevenson begleitete seinen Vater bei dessen Kuraufenthalt in dem mondänen Kurbad.

In seinen Lebenserinnerungen widmet Stevenson jenem Aufenthalt einen erstaunlich breiten Raum und lässt nachempfinden, welchen Eindruck diese kurzen Wochen auf den Jungen gemacht haben. Besonders anrührend sind seine Erinnerungen an die Musik, die er im Kurhaus hörte. Und natürlich auch an die Spielbank.

Stevenson hat an vielen Orten, an denen er sich aufgehalte hatte, seine Spuren hinterlassen. Kommunen, Wissenschaftler und unterschiedliche Einrichtungen haben sich zum europäischen Netzwerk „Sur les traces de Robert Louis Stevenson“ zusammengeschlossen, um sein Erbe wissenschaftlich, kulturell und touristisch zu pflegen und in seinem Sinn den Europäischen Gedanken zu befördern. Die Stadt Bad Homburg ist seit vergangenem Jahr Mitglied. Der Robert Louis Stevenson-Weg, der auch Bad Homburg mit einbezieht, ist von der EU in die Liste des Europäischen Kulturerbes aufgenommen.


Zitate von Stevenson über Homburg:
„In Homburg hörte ich zum ersten Mal das andauernde Klingen von Geld auf den Tischen der Spielbank. Draußen auf der Terrasse sitzend, wurde mir dies plötzlich mit einem Schauer des Vergnügens bewusst, den ich nie vergaß. Eine gute Musikkappelle spielte jeden Tag, und ich vergaß die Musikstücke: aber ich denke, wenn ich einst im Sterben liege, werde ich immer noch wie ich es jetzt tue, das zarte Konzert innerlich hören.“

„Manchmal nahm mich mein Vater hinein, und ich ging um die vollbesetzten Tische herum. Die langen Diener in ihrer Livrée waren mein schreckliches Entzücken. Ich hatte gehört, daß sie die Besucher beobachten, und ich stellte mich neben einen und versuchte, seinen Blicken zu folgen und war erregt von diesem Gefühl des Geheimnisses und der Gefahr. Es war ein lasterhaftes Haus, das wusste ich.“

„Das schlimmste, was ich sah, war die alte Gräfin. Sie war ungeheuer alt und gebrechlich und hatte ein böses Gesicht. Nacht für Nacht, Tag für Tag kam die alte Gräfin an die Spieltische, ihr Stuhl war für sie reserviert und dort spielte sie. Ich hörte, sie habe alles verlassen: Ehemann, Familie, Charakter um dieses armseligen Vergnügens wegen!“
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