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Stadt soll bis 2035 klimaneutral werden

Stadt soll bis 2035 klimaneutral werden

Bad Homburg. Die Verwaltung der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe will beim Klimaschutz mit gutem Beispiel vorangehen. Der Magistrat hat einstimmig ein Klimaschutzkonzept verabschiedet, wonach sich der Stadtkonzern als Vorbild für die gesamte Stadtgesellschaft das Ziel gesetzt hat, bis 2030 eine energiegebundene Klimaneutralität zu erreichen. Für die gesamte Stadt soll das Ziel der energiegebundenen Klimaneutralität für das Jahr 2035 angestrebt werden.
v.li.: Holger Fröhlich (Umwelt- und Landschaftsplanung), Claudia Richter (Leitung Fachbereich 67 Klimaschutz, Umwelt und Mobilität), Bürgermeister Dr. Oliver Jedynak an der Photovoltaikanlage auf dem Dach des Rathauses | © Stadt Bad Homburg

„Unser Klimaschutzkonzept sieht sehr ambitionierte Ziele vor – wir als Stadt Bad Homburg möchten jedoch Vorreiter in diesem Bereich sein, denn die Zeit drängt.  Auch wenn derzeit andere Krisenherde die mediale Berichterstattung beherrschen, dürfen wir den Klimawandel keineswegs vernachlässigen“, sagte Bürgermeister und Nachhaltigkeitsdezernent Dr. Oliver Jedynak bei der Vorstellung des Klimaschutzkonzepts.

Das neue Konzept baut letztlich auf dem über 20 Jahre alten Beschluss für das Klimaschutzrahmenkonzept auf. Bereits 2001 hatte das Bad Homburger Stadtparlament beschlossen, die Kohlendioxid-Belastung ( CO2 ) in der Stadt nachhaltig zu senken. Jedynak: „Das Thema Klimaschutz ist für die Stadt also kein neues, wir beschäftigen uns gerade als Kurstadt schon lange damit.“ 2020 folgte dann der Beschluss, ein aktualisiertes Klimaschutzkonzept zu erstellen.

Am Anfang stand eine Bestandsaufnahme mit der Frage „Wo stehen wir?“ Unter Zuhilfenahme eines externen Büros wurden der Energieverbauch der Wohngebäude sowie der Industrie- und Gewerbebetriebe ermittelt, dabei die Bausubstanzen berücksichtigt, die vorhandenen Solaranlagen gezählt und eine Statistik der zurückliegenden energetischen Sanierungen erstellt. Auch die Verkehrsemissionen wurden einbezogen.

Aus diesen und weiteren Kennziffern wurde anschließend ein jährlicher durchschnittlicher CO2-Equivalent-Wert für jede/n Bad Homburgerin/Bad Homburger ermittelt, wobei im Wesentlichen sogenannte Klimagase im Mittelpunkt der Betrachtung standen. „Das Thema ,Klimaneutralität‘ ist ein extrem komplexes. Möchte man es komplett unter die Lupe nehmen, so müsste man selbstverständlich auch das eigene Konsumverhalten oder die eigene Ernährung kritisch hinterfragen. Dies stellt jedoch nicht den Schwerpunkt unseres Konzeptes dar, da die städtische Politik hierauf keinen Einfluss hat“, so Dr. Jedynak weiter. Eine für den Bürgermeister interessante Erkenntnis: Die Stadtverwaltung produziert nur 0,6 Prozent des städtischen energie- und verkehrsbedingten CO2-Ausstoßes.

In einem nächsten Schritt wurden dann Maßnahmen konzipiert, die dazu führen sollen, den gesamten CO2 –Ausstoß der Stadt Bad Homburg auf nahezu Null zu reduzieren. Schnell war klar, dass der Hebel bei der Beheizung aller Gebäude anzusetzen ist. Das Problem: „Wir haben keinen direkten Hebel“, erklärt Jedynak. Daher will man als Verwaltung zumindest mit gutem Beispiel vorangehen und die Klimaneutralität bereits im Jahr 2030 erreicht haben – fünf Jahre früher als die Gesamtstadt. Ziel ist die Reduktion des energiebedingten Ausstoßes um mindestens 90%.

Daher gibt es jetzt zwei Maßnahmenkataloge: einen für den Stadtkonzern und einen für die Gesamtstadt. Die Maßnahmen sind wiederum in einen Fahrplan eingebettet, der unterschiedliche Prioritäten vorsieht: Maßnahmen die schnell, mittel- oder langfristig umgesetzt werden sollen.

Als übergreifende Maßnahme wurde bereits eine Klimaschutzmanagerin installiert. Beim städtischen Gebäudebestand gilt künftig unter anderem die generelle Vorgabe „Sanierung vor Neubau“, wenn dies technisch und wirtschaftlich darstellbar ist. Zudem sollen Photovoltaikanlagen zum Standard und Gebäude (Dächer, Fassaden) nach Möglichkeit begrünt werden. Des Weiteren soll ein Konzept für eine Minderung des Stromverbrauchs in städtischen Gebäuden erstellt und eine umfassende Aufklärungskampagne (inklusive Fortbildungen und Schulungen) innerhalb der Mitarbeitenden gestartet werden. „Wir haben bereits das Job-Ticket im Stadtkonzern eingeführt und wollen noch die Ladeinfrastruktur für die Parkplätze unserer Beschäftigten ausbauen“, führt Dr. Jedynak weitere Beispiele an. 

Und ganz ohne positiven Hebel für die Bürgerschaft ist die Stadtverwaltung auch nicht. So lässt sich der Einspar-Prozess beispielsweise durch das städtische Energiespar-Förderprogramm, dass weitergeführt und perspektivisch ausgebaut werden soll, unterstützen. Mit einem Volumen von rund 6,8 Millionen Euro wurde seit 2001 so die Freisetzung von zirka 60.000 Tonnen COverhindert. Zudem sei es an der Stadt, die Bürgerschaft mit Informationen zu versorgen und für das Projekt zu sensibilisieren. Der große finanzielle Anreiz, so Dr. Jedynak, müsse aber von Bund und Land kommen, alles andere sei für eine Kommune nicht darstellbar.

Mit Blick auf die Bürgerinnen und Bürger sollen Beratungs-, Informations- und Beteiligungsangebote für alle Akteure der Stadtgesellschaft weiterentwickelt werden. Am Projekt „Verpackungsarme und plastikfreie Stadt“ wird weitergearbeitet. Auch im Bestand der Privathäuser sollen Sanierungen und Photovoltaikanlagen der Standard sein sowie Begrünungen von Dächern und Fassaden geprüft werden. Beim Thema der Innenstadtentwicklung setzt die Verwaltung auf Nachverdichtung. Zudem soll ein Wärmeplan für das Stadtgebiet erstellt werden.

„Wir haben uns da ambitionierte Ziele gesetzt. Diese werden wir nur umsetzen können, wenn wir die Bürgerschaft mit auf den Weg nehmen. Man muss die Menschen verstärkt für das Thema Klimaneutralität sensibilisieren, denn die Ziele können wir nur gemeinsam erreichen“, sagt Bürgermeister Dr. Jedynak.

Ein wichtiges Thema stellt auch die Energieerzeugung dar. Alleine mit der Umstellung des bisherigen Strom-Mixes auf „grünen Strom“ (PV und Wind) könnten rund 35% des CO2-Ausstoßes reduziert werden. Klar ist, dass die erforderlichen Strommengen nicht innerhalb der eigenen Gemarkung hergestellt werden können, selbst wenn man jedes Haus mit einer PV-Anlage bestücken würde. Auch großflächige PV-Anlagen können auf der eigenen Gemarkung nur im geringen Umfang realisiert werden. Daher sollten Energiekooperationen mit anderen Städten geschlossen werden, die beispielsweise über geeignete Standorte für Windkraftanlagen verfügen.

Das Klimaschutzkonzept wird jetzt in den Ausschüssen und noch vor der Sommerpause im Stadtparlament vorgestellt, diskutiert und zur Abstimmung gestellt. Weitere Informationen gibt es in den Unterlagen zum Klima- und Umweltausschuss am 30. Juni 2022.

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