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Das Frühwerk von Carl Stolz

In neuem Licht - Das Frühwerk von Carl Stolz

Die Ansichten der Stadt Bad Homburg und des Taunus von Carl Stolz (1894–1978) sind in der Region sehr bekannt. In zahlreichen Bad Homburger Privatsammlungen hängen zudem Porträts, die seine künstlerische Handschrift tragen.
© Blick auf Bad Homburg, Museum

Ausstellung vom 7. April bis 7. Juli 2019

Auch in der städtischen Kunstsammlung sind viele seiner Werke vertreten. Beinah 70 Jahre lebte und arbeitete der Künstler Carl Stolz in Bad Homburg.
Ein Wunsch seiner Nachkommen, Werke seines Nachlasses dem Städtischen historischen Museum Bad Homburg zu übereignen, ermöglichte im vergangenen Jahr einen völlig neuen Blick auf das Werk des Künstlers. Zwei bis dahin in privaten Räumen der Familie Stolz hängende Arbeiten, „Die vier Lebensalter“ und ein frühes Selbstbildnis, führten zur ersten Auseinandersetzung mit seinem Frühwerk. Der gebürtige Frankfurter Carl Stolz hatte bei namhaften Professoren in Weimar studiert, bevor er sich 1920 in Bad Homburg niederließ. Er war in der Frankfurter Kunstszene verankert und Mitglied der Frankfurter Künstlergesellschaft. Stolz stellte aber auch überregional aus – was weithin vergessen ist.
© Selbstporträt Carl Stolz, Museum
Als Schüler der Großherzoglich Sächsischen Hochschule für Bildende Kunst in Weimar hat er zwischen 1913 und 1920 gravierende gesellschaftliche und künstlerische Umbrüche miterlebt. Im letzten Kriegsjahr (1917–1918) diente er in Straßburg und war dort der Katastrophe der Westfront nahe. Zu diesen existentiellen Erlebnissen kam nach seiner Rückkehr nach Weimar die rigorose Wandlung in der künstlerischen Ausbildung hinzu. Sein letztes Ausbildungsjahr fiel zusammen mit der Reform der Weimarer Kunstinstitutionen, die von Walter Gropius in das Staatliche Bauhaus umgewandelt wurden. Diese Erlebnisse und insbesondere die Neuausrichtung seiner Hochschule schienen alles bis dahin Erlernte in den Hintergrund rücken zu wollen. Wie auch andere Künstler, die damals ihr Kunststudium beendeten, musste Carl Stolz nicht nur um seine Existenz, sondern auch um die Berechtigung zur Malerei kämpfen. Seine Komposition der großformatigen Allegorie „Die vier Lebensalter“ ist gleichsam als Gegenposition zur künstlerischen Avantgarde zu verstehen. Zusammen mit dem frühen Selbstporträt zeigt es ihn als selbstbewussten Vertreter der Weimarer Malerschule.
© Am Schlossgartenweiher, Privatsammlung
Vor diesem Hintergrund und der glücklichen privaten Situation – insbesondere der Geburt seiner Kinder – öffnete er sich einem späten impressionistischen Malstil und wandte sich damit Themen zu, wie sie einer seiner berühmten Schüler-Vorgänger in Weimar, Max Liebermann (1847–1935), als Antwort auf die Erfolge der Fotografie bevorzugte. Beide Künstler standen in der Tradition des französischen Impressionismus. Zu den vielen Feierlichkeiten des Bauhaus-Jubiläums im Jahr 2019 fügt diese Ausstellung mit ausgewählten, frühen Arbeiten von Carl Stolz einen Aspekt hinzu: die Betrachtung einer Künstlerbiografie, die an einer renommierten Kunsthochschule begann und zwischen den Weltkriegen ihre künstlerisch-gestaltenden Ziele verlor. Das Frühwerk von Carl Stolz steht dabei stellvertretend für das der „verlorenen Generation“.
Kontakt
Gotisches Haus
Tannenwaldweg 102
Bad Homburg v. d. Höhe
Telefon:
06172 37618
E-Mail:
museumbad-homburgde
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Sonn- und Feiertage: 10-18 Uhr

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