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Steuerung Kinderbetreuung
Kinderbetreuungskosten - steuerliche Berücksichtigung

Kinderbetreuungskosten - steuerliche Berücksichtigung 

Die Aufwendungen für die Betreuung eines zum Haushalt gehörenden Kindes, welches das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder wegen einer vor Vollendung des 25. Lebensjahres (bis 31.12.2006 des 27. Lebensjahres) eingetretenen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung außerstande ist, sich selbst zu unterhalten, werden einheitlich als Sonderausgaben berücksichtigt. Der Höhe nach ist der Sonderausgabenabzug auf 2/3 der Betreuungskosten, maximal 4.000,00 Euro je Kind, begrenzt.

Zur näheren Erläuterung:

Was hat es mit der Haushaltszugehörigkeit auf sich?


Eine Berücksichtigung von Kinderbetreuungskosten setzt voraus, dass das Kind zum Haushalt des Steuerpflichtigen gehört, das heißt, es muss in dessen Wohnung leben oder mit seiner Einwilligung vorübergehend auswärts untergebracht sein (z. B. bei Internatsunterbringung). Bei nicht zusammenlebenden Elternteilen ist grundsätzlich die Wohnsitz-Meldung des Kindes für die Zuordnung zum Haushalt eines Elternteils maßgebend.

Spielt das Alter des Kindes eine Rolle?

Aufwendungen für Dienstleistungen zur Betreuung von Kindern können als Sonderausgaben geltend gemacht werden, wenn das Kind das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder das Kind wegen einer vor Vollendung des 25. Lebensjahres (bis 31.12.2006 des 27. Lebensjahres) eingetretenen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung außerstande ist, sich selbst zu unterhalten.

Welche Dienstleistungen zur Betreuung von Kindern sind begünstigt?

Begünstigte Dienstleistungen sind insbesondere Aufwendungen für

  • Krippen-, Hort- oder Kindergartenplätze oder für Kindertagesstätten,
  • Tagesmütter oder Ganztagspflegestellen,
  • die Beschäftigung von Haushaltshilfen, soweit sie ein Kind betreuen,
  • die Beaufsichtigung des Kindes bei der Erledigung der Hausaufgaben.

Nicht absetzbar sind Aufwendungen für

  • Unterricht (z. B. Schulgeld, Nachhilfe oder Fremdsprachenunterricht),
  • die Vermittlung besonderer Fähigkeiten (z. B. Computerkurse, Musikunterricht),
  • sportliche und andere Freizeitbetätigungen (z. B. Mitgliedschaft in Sportvereinen, Tennis- oder Reitunterricht),
  • die Verpflegung oder Fahrtkosten des Kindes.

Welche Aufwendungen zur Betreuung von Kindern sind absetzbar?

Absetzbar sind neben Ausgaben in Geld auch

  • Sachleistungen, insbesondere für die Unterbringung und Verpflegung der Betreuungsperson (nicht für das betreute Kind) im Haushalt des Steuerpflichtigen,
  • Erstattungen an die Betreuungsperson, z. B. deren Fahrtkosten (nicht solche für das Kind), wenn die Leistungen im Einzelnen in der Rechnung oder im Vertrag aufgeführt sind.

In welcher Höhe sind Kinderbetreuungskosten zu berücksichtigen?

Kinderbetreuungskosten sind in Höhe von 2/3 der Aufwendungen, höchstens 4.000,00 Euro je Kind und Kalenderjahr, als Sonderausgaben abzugsfähig. Der Höchstbetrag ist ein Jahresbetrag, der nicht zeitanteilig gekürzt wird, auch wenn die Voraussetzungen für den Abzug der Kinderbetreuungskosten nur während eines Teils des Jahres vorgelegen haben.

Hinweis: Liegen die gesetzlichen Voraussetzungen für den Abzug von Kinderbetreuungskosten nur für einen Teil des Kalenderjahres vor (z. B. weil das Kind das 14. Lebensjahr im Juli eines Jahres vollendet), dann sind nur 2/3 der im Zeitraum von Januar bis Juli angefallenen Kinderbetreuungskosten anzusetzen, gegebenenfalls begrenzt auf den Höchstbetrag von 4.000,00 Euro (keine Zwölftelung).

Bei nicht verheirateten, dauernd getrennt lebenden oder geschiedenen Eltern ist derjenige Elternteil zum Abzug von Kinderbetreuungskosten berechtigt, der die Aufwendungen getragen hat und zu dessen Haushalt das Kind gehört. Trifft dies auf beide Elternteile zu, kann jeder seine tatsächlichen Aufwendungen grundsätzlich nur bis zur Höhe des hälftigen Abzugshöchstbetrags (i. H. v. 2.000,00 Euro) geltend machen.

An wen muss ich mich wenden?

An das für Sie zuständige Finanzamt. Dieses können Sie nachstehend ermitteln.

Unterlagen

  • Einkommensteuererklärung, Anlage Kind
  • ggf. (vereinfachter) Antrag auf Lohnsteuerermäßigung

Die Kinderbetreuungskosten müssen durch eine Rechnung nachgewiesen werden können. Gleiches gilt für die Zahlung auf ein Konto des Leistungserbringers (durch Überweisung oder Verrechnungsscheck).  Die Rechnung sowie die Zahlungsnachweise sind auf Verlangen des Finanzamts vorzulegen. Barzahlungen und Barschecks können nicht anerkannt werden.

Als "Rechnung" gelten auch:

  • der Arbeitsvertrag bei einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis oder einem Minijob,
  • der Gebührenbescheid (z. B. über die zu zahlenden Kindergartengebühren),
  • eine Quittung (etwa über Nebenkosten zur Betreuung),
  • bei Au-pair-Verhältnissen der Au-pair-Vertrag, aus dem ersichtlich ist, welcher Anteil der Gesamtaufwendungen auf die Kinderbetreuung entfällt.

Bearbeitungszeit

Abgabefristen für die Einkommensteuererklärung

Wenn Sie zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet sind, ist diese von Ihnen grundsätzlich bis zum 31.05. des Folgejahres beim Finanzamt einzureichen (z. B. für das Jahr 2016 bis zum 31.05.2017). Wird Ihre Einkommensteuererklärung durch einen Angehörigen der steuerberatenden Berufe angefertigt, gilt eine allgemein verlängerte Frist bis zum 31.12. des Folgejahres (in Hessen gilt eine verlängerte Frist bis zum letzten Tag des Februars des Zweitfolgejahres).

Falls keine Verpflichtung zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung besteht, können Sie die Veranlagung innerhalb von 4 Jahren nach Ablauf des jeweiligen Kalenderjahres beantragen (Beispiel: die freiwillige Veranlagung zur Einkommensteuer für das Jahr 2016 kann bis zum 31.12.2020 beantragt werden).

Anträge auf Berücksichtigung der Kinderbetreuungskosten im Lohnsteuerabzugsverfahren müssen bis spätestens 30.11. des Jahres, für das die Kinderbetreuungskosten berücksichtigt werden sollen, gestellt werden.


 

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