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Friedrich Hölderlin
Hölderlin in Homburg
 
Johann Christian Friedrich Hölderlin, geboren am 20. März 1770 zu Lauffen am Neckar, war Theologiestudent in Tübingen, wo auch Isaak von Sinclair aus Homburg 1792/93 Rechtswissenschaft studierte. Sie begegneten einander, lernten sich kennen und wurden Freunde.
 
Hölderlins Homburger Aufenthalte sind eng mit Sinclair verknüpft. Sein erster dauerte vom September 1798 bis Anfang Juni 1800. Hier beendete er den zweiten Teil des Romans "Hyperion". Der erste Teil - von Schiller in der Zeitschrift "Thalia" veröffentlicht - wurde am Homburger Hof viel gelesen. Hyperion war die Lieblingslektüre der Prinzessin Auguste Friederike.
 
Hölderlin durfte den Geburtstag der Prinzessin am Hof mitfeiern und dankte ihr dafür mit einer Ode: "Der Prinzessin Auguste von Homburg den 28ten Nov. 1799“.
 
Bild: Pastell von Franz Karl Hiemer, 1792, Zeitgenössische Kopie: Museum im Gotischen Haus, Bad Homburg v.d.Höhe
Stadt und Schloss von Osten
Das Bild zeigt Homburg und Schloss von Osten, wie es in der Zeit von Hölderlins Aufenthalt zu sehen war. Das Aquarell ist 1815 entstanden und trägt die Signatur: Frl. v. Sinclair fec. (Gustavine von Sinclair). (Museum Gotisches Haus, Bad Homburg v.d.Höhe)
 
Hölderlin besaß ein ausgeprägtes Naturgefühl; die landschaftliche
Schönheit der Umgebung erfreute ihn besonders. Auch im Hyperion kommt die Liebe zur Natur zum Ausdruck. Der Idealist, der sich in der realen Welt nicht zurechtfindet, wird vom Leiden geläutert. Es macht ihn stark, befreit von
innerer Bedrängnis und führt zur Natur, ihrer Schönheit,
Schöpferkraft und Harmonie.
 
Der Dichter verließ Homburg im Juni 1800 aus finanziellen Gründen. Er hielt sich in Stuttgart und Hauptwyl bei St. Gallen in der Schweiz auf, kehrte dann zur Mutter nach Nürtingen zurück und kam über Bordeaux und Regensburg wieder nach Homburg zurück.
Schloss und Stadt von Westen
Bild: Aquarell von Conrad Wolf, um 1820, Museum Gotisches Haus, Bad Homburg v.d.Höhe
 
Sinclair hatte sich mit dem Landgrafen geeinigt, dass Hölderlin
zum Homburger Hofbibliothekar ernannt werden sollte. Er wollte dem Freund helfen und ihn seelisch aufrichten und erklärte sich bereit, das jährliche Honorar von 200 Gulden von seinem Gehalt abzuzweigen.
Der Dichter freute sich über die Berufung, auch wenn er von den Hintergründen keine Ahnung hatte. Im Juni 1804 holte Sinclair ihn in Nürtingen ab und brachte ihn im Haus des aus der Schweiz stammenden Uhrmachers Karl Friedrich Galame unter. Dieses Haus steht heute noch in der Dorotheenstraße 34. Eine Gedenktafel erinnert an Hölderlins Aufenthalt.
 
Das Glück war jedoch nur von kurzer Dauer, da der Geheime Regierungsrat Sinclair verleumdet und der Verschwörung bezichtigt wurde. Sinclair wurde verhaftet und gegen ihn ein Hochverratsprozess angestrengt. Auch Hölderlin wurde verhört und der sensible Dichter wurde mit den Folgen dieser Affäre nicht fertig. Als Sinclair unschuldig entlassen wurde, fand er seinen Freund in völliger geistiger Umnachtung vor.
Das Hölderlin-Denkmal im Kurpark
Hölderlin erholte sich nicht wieder. Er lebte, vom Wahn befangen, bis zu seinem Tode am 7. Juni 1843 in Tübingen bei Schreinermeister Zimmer. Sein Freund Sinclair starb bereits am 29. April 1815.
 
Hölderlins Werke fanden zu seinen Lebzeiten nur bei einem kleinen Freundeskreis Anerkennung. Der Dichter stand in der deutschen Literaturgeschichte an der Scheide zwischen Klassik und Romantik. Erst die Nachwelt wurde ihm gerecht. Die Hölderlin-Gesellschaft erforscht und verbreitet des Dichters literarisches Werk.
 
In Bad Homburg v.d.Höhe ehrt man das Andenken des Dichters mit der jährlichen Verleihung des Friedrich-Hölderlin-Literaturpreises. Die Stadt besitzt außerdem eine reichhaltige Sammlung von Hölderlinhandschriften. Eine Schule sowie eine Straße wurden nach dem Dichter benannt.
 
Das Homburger Hölderlin-Denkmal (Foto: Stadtarchiv Bad Homburg v.d.Höhe) steht im Kurpark. Es wurde am 28. Juli 1883 enthüllt. Auf der Vorderseite einer dreiseitigen Pyramide aus Rotsandstein ist das Relief des Dichters aus weißem Marmor angebracht, darunter steht die Inschrift:
"Friedrich Hölderlin geb. zu Lauffen 20. März 1770 / gest. zu Tübingen 7. Juni 1843"
 
Zur Erinnerung an des Dichters Aufenthalt in Homburg (1798 - 1800 und 1804 - 1806) errichtet von dem Verein für Geschichte und Altertumskunde zu Homburg am 28. Juli 1883.
 
Auf den anderen Seiten ist zu lesen:

Ein Sohn der Erde
Bin ich 
Zu lieben gemacht, 
Zu leiden. 
Hölderlin "Die Heimath" 

Die Schönheit flüchtet 
Aus dem Leben der Menschen 
Sich herauf in den Geist, 
Ideal wird, was Natur war.
Hölderlin "Hyperion“

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Hölderlin-Ausstellung im Museum Gotisches Haus
 
Hölderlin - Heute in Homburg