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16.01.2018

Große Obstsortenvielfalt in Bad Homburg

Bad Homburg verfügt über eine im Rhein-Main-Gebiet außergewöhnlich große Vielfalt an Obstarten und -sorten.
Dies haben die beiden Experten der Obstbaukunde Werner Nussbaum und Hermann Schreiweis zusammen mit einigen Helfern im Sommer/Herbst 2017 bei ihren Kartierarbeiten am Wingert in Ober-Erlenbach und am Platzenberg herausgefunden. Die Ergebnisse der Obstsorten-Erfassung werden von Werner Nussbaum am Donnerstag, 25. Januar, um 19 Uhr im Turn- und Sportverein Ober-Erlenbach, Josef-Baumann-Straße 2, vorgestellt.

Beauftragt durch die Stadt waren die Fachleute unterwegs, um sich einen Überblick über das vorhandene Sortenspektrum zu verschaffen und dabei seltene und erhaltenswerte Kernobstsorten aufzuspüren. Erfasst wurden neben den Obstarten die Sorten bei Apfel und Birne sowie Alter und Pflegezustand der Bäume. Auf einer Gesamtfläche von etwa 67 ha wurden insgesamt mehr als 1.700 Bäume standortgenau digital erfasst.
Das Kernobst (Apfel, Birne, Speierling, Mispel, Quitte) ist mit etwa zwei Dritteln deutlich häufiger anzutreffen als das Steinobst (Kirschen, Zwetschen, Mirabellen etc.) und Walnüsse. Der Anteil an Apfelbäumen ist klar in der Überzahl. Insgesamt konnten 101 Apfel- und 16 Birnensorten nachgewiesen werden, darunter auch seltene Apfelsorten wie etwa Blauapfel, Purpurroter Zwiebelapfel oder Borowinka.
Bei einem Großteil der Bäume konnte ein guter Pflegezustand festgestellt werden. Dies ist neben dem großen Engagement Einzelner auch der freiwilligen Arbeit der verschiedenen Initiativen wie der NABU-Ortsgruppe und der Hegegemeinschaft Ober-Erlenbach sowie dem Verein Landschaftsschutz Platzenberg zu verdanken. Die Stadt Bad Homburg v.d.Höhe unterstützt Nach- und Neupflanzungen sowie deren Pflege seit vielen Jahren informativ und finanziell. In den vergangenen Jahren wurden vielfach Neupflanzungen vorgenommen, die fachgerecht gepflegt werden müssen.
Ziel ist, die aktuell verfügbaren regionalen und lokalen Obstsorten zu erhalten. Dafür sollen bei den identifizierten Raritäten Reiser geschnitten und an eine geeignete Baumschule übergeben werden zur Veredelung auf Hochstämmen. Die daraus gezogenen Obstbaum-Hochstämme können über künftige Sortenerhaltungspflanzungen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten.
Streuobstwiesen mit alten lokalen Obstbaumsorten haben somit nicht nur für unsere historische Kulturlandschaft und Artenvielfalt eine hohe Relevanz, sondern tragen gleichzeitig zum Erhalt von genetischen Ressourcen bei.
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