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14.12.2017

Neue Ausstellungsreihe im Horex Museum: "Inspiration Technik"

Bad Homburg v. d. Höhe. Technik ist nicht nur faszinierend, sondern auch inspirierend. Das möchte eine neue Reihe im Horex Museum aufzeigen. Sie widmet sich Künstlern, deren Arbeiten insbesondere von der Technik- und Industriegeschichte inspiriert wurden. Ihre ausgewählten Werke werden der jeweiligen Jahresausstellung zur Bad Homburger Industriegeschichte gegenübergestellt. Den Anfang machen zwei befreundete Künstler: Der Schauspieler Rainer Hunold zeigt Skulpturen, der Maler Michael Heindorff ist mit Kaltnadelradierungen vertreten. Eröffnet wird die Ausstellung unter Anwesenheit der Künstler am 19. Dezember um 18 Uhr. Zu sehen sind die Werke im Horex Museum, Horexstraße 6, bis 8. April 2018 (mittwochs 10-14 Uhr, Samstag und Sonntag 12-18 Uhr).
Der unter anderem aus der ZDF-Serie „Ein Fall für Zwei“ bekannte Rainer Hunold wurde 1949 in Braunschweig geboren. Er studierte Germanistik, Kunstpädagogik und Bildhauerei in Braunschweig. 1975 zog er um nach Berlin. Hier absolvierte er eine Ausbildung an der Max-Reinhardt-Schule für Schauspiel.

Sein Material entdeckt Rainer Hunold zumeist auf Spaziergängen durch Wälder. Es sind Fragmente gefällter oder abgestorbener Bäume, deren Form ihn inspiriert. Das gefundene und künstlerisch erwählte Naturfragment wird zunächst als Form geprüft und schließlich durch Schleifen bearbeitet. Dadurch erhält das Bauteil, das Teil einer absterbenden Natur war, eine neue Qualität. Das Fragment wird aus dem materialeignen Veränderungsprozess gelöst und wandelt sich zum Kern des künstlerischen Gestaltungswillens. Dieser zielt auf eine dreidimensionale, von allen Seiten ansichtige Skulptur.

Rainer Hunolds künstlerische Vorgehensweise betont den gegenständlichen Bezug der Fragmente, indem er sie bewusst in Beziehung zur menschlichen Figur oder Phänomenen der Wirklichkeit setzt. Dabei birgt das Holz weiterhin die Möglichkeit der Veränderung. Seine Wandlung könnte vom sich verändernden Oberflächenton bis hin zum wieder einsetzenden Absterben des Materials reichen. Diesen Prozess aufzuhalten, ihn geradezu umzukehren und die Oberfläche des Skulpturenkerns in ein neues Licht zu tauchen, ist Ausgangspunkt der zweiten Phase der künstlerischen Bearbeitung. Mit ihrem Beginn wird der Fokus auf den Faktor Zeit gerichtet. In einem langwierigen Entstehungsprozess wird eine zugleich schützende und schmückende Hülle aus einem der ältesten Gebrauchsmetalle, dem Kupfer, um den plastischen Kern gelegt. Ihre Anbringung mit Hilfe von Nägeln ist endgültig und nicht umkehrbar. So verbindet sich natürliches Material mit einem Industrieprodukt.

Michael Heindorff wurde ebenfalls 1949 in Braunschweig geboren. Bis 1975 besuchte er die Kunsthochschule und Universität Braunschweig. Er beendete sein Studium dort als Meisterschüler von Alfred Winter-Rust. 1975–77 wechselte er an das Royal College of Art in London und schloss sein Studium dort mit einem M.A. in Malerei ab.
Zwischen 1972 und 1981 war Michael Heindorff Stipendiat u.a. der Studienstiftung des Deutschen Volkes, des DAAD, der Karl Schmidt-Rottluff Stiftung und 1983/84 der Villa Massimo in Rom. 1978–1999 lehrte er Malerei zunächst an der St. Martin School of Art (1978-80), anschließend am Royal College of Art in London.

Die Arbeiten Michael Heindorffs, die auch in der Tate in London ausgestellt werden, zeigen auf großen Formaten Ausschnitte aus Werkstätten. Die Räume sind eng, mit Material verschiedenster Art vollgestellt. An den Fenstern und Türen erkennt man, dass alles Teil einer Industriearchitektur ist.
Jeder einzelne Raum scheint gerade von Handwerkern oder Industriearbeitern verlassen worden zu sein. Nur die Materialien zeugen davon, das in den Räumen gearbeitet wird: drehen, fräsen, schmieden, schweißen, schneiden – für alles gibt es Werkzeuge und Geräte. Jeder Winkel ist genutzt, auch um Materialien, die später noch einmal gebraucht werden könnten, zu verwahren. Die künstlerische Technik der Kaltnadelradierung führt zur gestochen scharfen, beinah fotografischen Wiedergabe dieser Werkstätten.

Kunsthistorisch ordnet sich die Raumdarstellung Heindorffs der holländischen Tradition unter. Einem Stillleben gleich werden Raum, Material und Werkzeuge gezeigt - ohne die Anwesenheit eines Menschen. Auch der horror vacui, die Scheu vor der Leere, taucht wieder auf. Bei Heindorff ist er der Realität der Werkstatt geschuldet, in der schöpferisches Chaos herrscht und dennoch präzise gearbeitete Objekte der Technik entstehen können.
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