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Hölderlinpreis
Hölderlinpreis Preisträger 2018

Daniel Kehlmann mit Hölderlinpreis 2018 ausgezeichnet

Daniel Kehlmann hat den Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg 2018 in der Schlosskirche überreicht bekommen. Der Förderpreis ging an Alina Herbing.
v.l.n.r.: Eva Menasse, Alina Herbing, Daniel Kehlmann, Dr. Alfred Etzrodt, Alexander Hetjes | © Jochen Reichwein

Jury würdigt eine komplexe literarische Poetik mit Qualitäten, die ein großes Publikum schätzt

Die Jury begründete ihre Entscheidung für Kehlmann wie folgt: „Daniel Kehlmann gelingt in seinem umfangreichen Oeuvre, das neben Romanen und Erzählungen auch Dramen, Essays und Übersetzungen umfasst, ein seltenes Kunststück: Seine Texte verfolgen eine komplexe literarische Poetik und haben dennoch Qualitäten, die von einem großen Publikum geschätzt werden. In seinen zuletzt veröffentlichten Werken, die die Schattenwelten der Phantasie wie diejenigen der Geschichte aufsuchen, glückt ihm dabei ein herausragender Dreiklang. Während er in seinen Frankfurter Poetikvorlesungen ‚Kommt, Geister‘ widersprüchlichen Resonanzräumen und doppelten Böden der (Literatur-)Geschichte nachgeht, legt er in ‚Du hättest gehen sollen‘ eine am Film geschulte Gespenstergeschichte vor, die gleichzeitig ein Beziehungs- und Familiendramolett ist. Sein Roman ‚Tyll‘ macht die legendäre Gauklerfigur des Eulenspiegel zum Zeitzeugen des Dreißigjährigen Krieges und schafft damit eine epische Studie über Religion, Aberglauben, Machtpolitik und Krieg sowie einen abgründig komischen Künstlerroman: ein sprachmächtiges, ernstes und leichtfüßiges Meisterwerk, das der Historie neue, bis in die Gegenwart weisende Erkenntnisse abliest.“
Daniel Kehlmann ist 1975 in München geboren und in Wien aufgewachsen. Er lebt heute in New York und Berlin. An der New York University unterrichtet er gegenwärtig Deutsche Literaturgeschichte. Er ist Fellow am Cullman Center for Writers and Scholars der New York Public Library.
Nach dem Studium der Philosophie und Germanistik in Wien hat er bereits mit 22 Jahren seinen ersten Roman veröffentlicht. Im vergangenen Jahr erschien mit „Tyll“ sein jüngster, viel beachteter Eulenspiegel-Roman. Als einer der erfolgreichsten deutschen Nachkriegsromane gilt seine fiktive Doppelbiographie des Mathematikers Carl Friedrich Gauß und des Naturforschers Alexander von Humboldt, die unter dem Titel „Die Vermessung der Welt“ 2005 erschienen und in 40 Sprachen übersetzt worden ist. In „Ich und Kaminski“ (2003) begegnen sich ein karrierebesessener junger Kritiker und ein sterbender Maler.

Kraftvolle Stimme und eindringliche Bilder

Die Jury begründete ihre Entscheidung für Alina Herbing wie folgt: „Mit ihrem Debüt ‚Niemand ist bei den Kälbern‘ zeichnet Alina Herbing jenseits von aller Idylle ein ebenso detailreiches wie faszinierendes Bild des Lebens auf dem Lande. Zwischen Kuhstall, Windkraftanlagen, Dorffesten, zerhäckselten Rehkitzen und exotischen Nandus träumt die junge Christin von einem Leben voll Abwechslung und Glamour. Doch die bunten Versprechen der Hochglanzmagazine passen nicht zur Realität des Dorfes im Nordwesten Mecklenburgs. Alina Herbing erzählt mit kraftvoller Stimme und in eindringlichen Bildern von den Sehnsüchten und der Einsamkeit einer jungen Frau, für die die Lebensentwürfe ihrer Altersgenossinnen in der Großstadt unerreichbar sind.“
Die 34-jährige Förderpreisträgerin Alina Herbing lebt heute in Berlin. Sie ist in Lübeck geboren und in Schlagsülsdorf, einem Dorf mit nur 30 Einwohnern in Mecklenburg-Vorpommern, aufgewachsen. Geschichte und Germanistik hat sie an der Universität Greifswald studiert, Literarisches Schreiben in Hildesheim. Ihren Lebensunterhalt hat sie vor der Veröffentlichung ihres ersten Romans unter anderem mit Deutschunterricht für Flüchtlinge bestritten.
Im Februar 2017 hat sie ihren Debütroman „Niemand ist bei den Kälbern“ veröffentlicht, der von der Kritik als literarischer Gegenentwurf zum „Landlust“-Image des ländlich-romantischen Dorflebens gefeiert worden ist.

Friedrich-Hölderlin-Preis

Der Jury gehören an: die Vorsitzende Sandra Kegel (F.A.Z.), Oberbürgermeister Alexander Hetjes (Stadt Bad Homburg v. d. Höhe), Prof. Dr. Gerhard Kurz (Freies Deutsches Hochstift), Prof. Dr. Sabine Doering (Hölderlin-Gesellschaft), Prof. Dr. Heinz Drügh (Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt, Neuere Deutsche Literatur), Alf Mentzer (Hessischer Rundfunk) und Eva Menasse als Vorjahrespreisträgerin.
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